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14. Mai 2012

Ausflug nach «Mühlen» oder ins Museum

Wer nicht wie die im Migros-Magazin vom 14. Mai 2012 vorgestellten Mühle-Fans gleich in einer wohnt, besucht am besten eine der ältesten oder schönsten. migrosmagazin.ch verrät ein paar Ausflugsziele mit Abstecher «an den rauschenden Bach».

Ein altes Mühlerad
Ein altes Mühlerad wie jenes der Kulturmühle in Lützelflüh BE.

Im Vorgarten des Historischen Museums
Einverstanden, am attraktivsten sind echte, vielleicht gar noch betriebene Mühlen. Da gerade letztere selten geworden sind, lohnt sich für Liebhaber alter Mühleräder jedoch speziell der Besuch des Historischen Museums in Bern. Hier trifft man bereits im Vorgarten eine originalgetreu nachgebaute römische Mühle mit einem Wasserrad. Dazu wartet das Museum mit mehr Material zur Mühlebautechnik auf.
www.bhm.ch

Wenn schon der Ort «Mühle(n)» heisst
An der Julier-Passstrasse von Tiefencastel nach Silvaplana im Engadin liegt der kleine, schattige Ort Mulegn (GR). 'Mühle' heisst er nicht zu Unrecht, steht doch heute etwas ausserhalb des Dorfes eine Sägerei ... mit der originalen Mühle am Bach Gelgia. Wer genug gesehen hat, kann im Sommer durch das gleichnamige Mulegns-Tal westwärts über die Fuorcla Curtegns (etwas über 2600 M.ü.M.) und weiter hinab nach Innerferrera laufen. Allerdings nur eine Tour für Bergerfahrene und eher ausdauernde Wanderer.

Im alten Sägewerk im Lötschental
In Blatten (VS) findet man eine schöne Sägerei mit erster Erwähnung und Datierung von 1761. Die Mühle-Vorrichtung stammt wie die Seitengattersäge mit Unterantrieb von den Arbeiten zwischen 1933 und 1935, eine Renovation erfolgte um die Jahrtausendwende. Nach der angemeldeten Besichtigung (Tel. 027 739 12 05 oder Mail an info@blatten-vs.ch ) wäre ein Abstecher hinauf zur Tellistafel ins nördliche Seitental und dann eine Höhenwanderung vorbei am kleinen Schwarzsee bis zur Fafleralp zuhinterst im Lötschental empfehlenswert.

Das oberschlächtige Wasserrad mit Aussenzahnkranz
Eine nicht ganz so alte, 1991 hübsch restaurierte Sägerei (1850) steht bei Unterschächen auf der Urner Seite des Klausenpass (Postauto ab Flüelen, ein paar Gehminuten ab Dorfzentrum). Dafür gibt es hier ein fast originales Wasserrad von 3,5 auf 1 Meter zu sehen, oberschlächtig und mit einem aussen angebrachten Zahnkranz. Ebenso sehenswert das hübsche Holzgerinne zur Wasserkanalisation gleich davor. Nach dieser Besichtigung (041 870 64 60) liegt ein Ausflug in selber südlicher Richtung ins Schächental nahe. Etwa im Tal bis Brunni und dann am Osthang in der Höhe über Hinter und Vorder Boden zurück nach Unterschächen.

Die klassische Altbachmühle
In Wittnau, im aargauischen Fricktal, trifft man einen lohnenden Klassiker unter den Mühlen. Mit dem Postauto ab Frick erreicht man die Getreidemühle mit dem modernen Mahlautomat (2004), bis 1901 trieben zwei schöne Wasserräder, bis in den 2. Weltkrieg noch ein mächtigeres die Getreideverarbeitung an, danach eine Francisturbine. Die Familie Tschudi (062 871 12 19 / adolftschudi@bluewin.ch ) ist bereits in 9. Generation hier aktiv. Nach dem Besuch unternimmt man etwa eine gemütliche Wanderung über den Buschberg im Nordwesten und hinunter nach Wegenstetten (BL).

Das Inventar:Weitere Schweizer Mühlen listet die Website www.muehlenfreunde.ch auf.
Alle Infos zum Mühlentag vom 19. Mai 2012

Eigene Mühleausflüge?
Haben Sie einen eigenen Reisevorschlag mit einer Mühle? Sobald Sie auf der Website registriert sind, können Sie uns Ihren Tipp gleich hier unten mit einem Bild einreichen und ihn schon bald von der Migros-Magazin-Website an Freunde versenden oder auf Facebook posten.

Autor: Reto Meisser

Fotograf: Annette Boutellier