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11. Juli 2016

Auf leichten Beinen

Krampfadern sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sie können auch negative Folgen für die Gesundheit haben, wenn sie nicht ärztlich behandelt werden. Doch man kann einiges tun, damit es nicht so weit kommt.

Mit Wassertreten gegen Krampfadern
Wie ein Storch durchs kalte Wasser staken fördert den venösen Blutstrom und beugt Krampfadern (Fotolia).

Krampfadern sind die häufigste Venenerkrankung der Beine. Nach Schätzungen ist jeder dritte Erwachsene im Lauf seines Lebens davon betroffen. In den meisten Fällen werden Krampfadern vererbt. In zirka fünf Prozent der Fälle entstehen sie infolge anderer Venenerkrankungen, zum Beispiel bei einer tiefen Beinvenenthrombose.

Normalerweise wird das Blut von den Füssen gegen die Schwerkraft zum Herzen transportiert. Wenn durch Veranlagung die Venenwände schwach sind, das umgebende Gewebe wenig Druck aufbaut und die Bewegung der Beine fehlt, zum Beispiel durch stehende oder sitzende Tätigkeiten, bleibt mehr Blut in den Beinen zurück. Die Venen werden so weit gedehnt, bis sich die Venenklappen nicht mehr schliessen.

Mit fortschreitender Erkrankung kommt es infolge der Abflussstörung des Blutes und des damit erhöhten Venendrucks in den Beinen zu schweren Schäden, insbesondere am Unterschenkel. Die Folgen sind Ödeme (Beinschwellung), Schweregefühl, Juckreiz oder nächtliche Wadenkrämpfe. Des Weiteren kann es zu braunen Flecken, Ekzemen (Stauungsdermatitis), einer Entzündung der oberflächlichen oder tiefen Venen (oberflächliche resp. tiefe Thrombose), einer Lungenembolie oder gar zu einem sogenannten offenen Bein kommen.

Viele Behandlungsmöglichkeiten

Der Goldstandard in der Diagnostik ist die Ultraschalluntersuchung, um festzustellen, wo der oberste und der unterste Punkt des Rückflusses liegen und wie das Gewebe aussieht (Anatomie-Morphologie). Leichte Beschwerden kann man mit Kompressionsstrümpfen der Klasse II behandeln. Diese Massnahme ist ­jedoch nur symptomatisch – die Krampfadern bestehen weiterhin. Eine häufig angewandte operative Therapie ist das «Stripping» – das «Herausziehen» der Krampfader ­inklusive Unterbindung der Venen­äste in der Leistenregion (Cros­s­ektomie).

Daneben gibt es heute noch weitere Verfahren: Bei der endovenösen Lasertherapie, der Radiofrequenzherapie und der Sklerotherapie wird jeweils die Innenauskleidung der betroffenen Venen (das Endothel) thermisch oder chemisch zerstört, sodass der Blutstrom unterbunden ist. Nach dem Eingriff ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen zu empfehlen.

Thrombosen vorbeugen

Längere Flug- und Autoreisen (Dauer über 4 Stunden) und Bettlägerigkeit (über 24 Stunden, vor allem bei einem gleichzeitigen Infekt wie Grippe) sind Risikosituationen für Thrombosen. In diesen Fällen sollte durch einen Arzt ein sogenanntes niedermolekulares Heparin (NMH) für die Blutgerinnungshemmung verabreicht werden.

Autor: Vassiliki Bekou