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30. September 2013

Auf den Spuren Le Corbusiers in Marseille

Tourismusprofi und Redaktor Reto E. Wild liefert Tipps und Bilder, um die südfranzösische Kulturhauptstadt des Jahres 2013 und die benachbarte Küste der Calanques (neu) zu erleben.

Die Aussicht von der Notre Dame de la Garde.

Mit der am 11. Oktober 2013 beginnenden Ausstellung «Le Corbusier, la question du brutalisme» biegt die Europäische Kulturhauptstadt Marseille in die Zielgerade ein.
In Marseille hat der schweizerisch-französische Architekt und Stadtplaner Le Corbusier die Cité radieuse mit 337 Appartements geschaffen. Sie befindet sich rund acht Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Im Betongebäude sind ein Hotel und das leicht überteuerte Gourmet-Restaurant Le Ventre de l'Architecte untergebracht.

Der Hafen Vallon des Auffes.
Der Hafen Vallon des Auffes.

Meine Lieblingsadressen sind anderswo:
1. Übernachten im Hotel Mama Shelter (zentral, ruhig, kleine Zimmer im Philipp-Starck-Design mit Betonböden).
2. Morgens Aussicht von der Marien-Wallfahrtskirche Notre-Dame de la Garde auf die Altstadt bewundern.
3. Im fertig gestalteten Vieux Port Savons de Marseille (Seifen) kaufen, danach durchs Altstadtviertel Panier und die Rue Longue-des-capucins mit dem orientalischen Charakter (Früchte, Gemüse, Gewürze, Fisch) bummeln.
4. Den Sonnenuntergang von der Corniche Kennedy geniessen und anschliessend im pittoresken Hafen Vallon des Auffes dinieren, am liebsten im Café des Arts, Tel. 0033 491 31 51 64.

Unbedingt mit Marseille sollte man die französische Mittelmeerküste kombinieren: Der 20 Kilometer lange Küstenstreifen zwischen Marseille und Cassis begeistert mit bis zu 600 Meter hohen, felsigen Hügeln, abgeschiedenen Buchten und einer Fauna und Flora, die zum Wandern und Klettern einladen. Die Calanques haben neu den Status eines Nationalparks und sind nur eine gute halbe Stunde von Marseille entfernt. Man erreicht sie von der ältesten Stadt Frankreichs mit den Bussen 22 oder 23 ab Rond-Point du Prado (bis Endstation fahren und danach 50-minütige Wanderung bis ans Meer).

Die Bucht Calanque de Morgiou
Die Bucht Calanque de Morgiou.

Die schönste Bucht heisst Calanque de Morgiou. Dort befinden sich 30 Meter unter dem Wasserspiegel Höhlenmalereien, die über 20'000 Jahre alt sind. Das kleine Restaurant Nautic Bar, romantisch in der Bucht gelegen, ist auf Bouillabaisse und andere Fischgerichte spezialisiert (auf Vorbestellung erhältlich unter der Telefonnummer 0033 491 40 06 37).

Vom alten Hafen starten Bootstouren.

Gut zu wissen: Wer eine Bootstour ab Marseille (meist vom Vieux Port) in die Calanques bucht, fährt nur an Buchten vorbei und hat keine Möglichkeit zum Baden und Entdecken der spektakulären Hänge in den neun (grösseren) Buchten. Das ist schade, denn im Oktober ist das Wasser noch immer gut 20 Grad warm und immer kristallklar.
Wer dennoch den Schiffsweg dem Wandern vorzieht, fährt am besten mit dem Bus (ab Castellane Prado) über den Gineste-Pass nach Cassis. Die Ausflüge zu den schönsten drei bis vier Buchten dauern von hier weniger lang, die Infos der Führer sind umfangreicher und die Fahrten kosten tendenziell auch weniger.

Für weitere Ideen besuchen Sie den riesigen Veranstaltungskalender .

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild