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24. August 2015

Auf dem Kickboard: Luege, lose, rolle!

Ui, das macht Spass, auf dem Kickboard durchs Quartier zu flitzen! Doch auch für unsere jüngsten Verkehrsteilnehmer gilt: Sicheres Fahren will gelernt sein. Die Tipps.

Minitrottinett mit Dreikäsehoch
Das Minitrottinett bringt den Dreikäsehoch schnell ans Ziel. Aber nur mit Helm, bitte! (Bild: Getty Images)

Ui, das macht Spass, auf dem Kickboard durchs Quartier zu flitzen! Doch auch für unsere jüngsten Verkehrsteilnehmer gilt: Sicheres Fahren will gelernt sein.
Sie gehören längst zum Strassenbild: Kinder auf ihren Kickboards. Die Kleinen benützen ihre Minitrottinetts vielfach für den Schulweg – oft zum Ärger anderer Verkehrsteilnehmer. Kickboards sind auf Trottoirs zwar erlaubt, jedoch nicht ungefährlich. Sie sind viel schwieriger zu handhaben, als Eltern gern annehmen. Laut Markus Cotting (58) von der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) kann ein Kind frühestens mit acht Jahren Gefahren voraussehen. Bis es präventives Verhalten, also korrektes Ausrüsten, vorausschauendes Fahren und sicheres Verhalten, wirklich anwenden kann, dauert es noch länger.

Zudem sind die Roller relativ unfallanfällig. «Die kleinen Vorderräder bleiben gern stecken. Das führt dazu, dass sich das Hinterrad anhebt und das Kind über den Lenker katapultiert wird – nicht selten mit schwerwiegenden Folgen», erklärt Markus Cotting. Genaue Zahlen zu Häufigkeit und Art von Unfällen mit Kickboards fehlen allerdings. Sie werden in der Statistik mit anderen «fahrzeugähnlichen Geräten» gemeinsam aufgeführt. Eine Erhebung aus
dem deutschen Bundesland Hessen zeigt aber, welches die häufigsten Verletzungen sind: Brüche an Becken, Unterarmen und Schultern sowie ausgeschlagene Zähne.

Eltern sollten sorgfältig abwägen
Zu den Gefahren für die Kinder selbst kommen Unfälle mit Passanten hinzu, die je nach Situation und Alter des Opfers ebenfalls relativ schwer ausfallen können. Cotting empfiehlt, Kinder unter acht Jahren nicht mit dem Kickboard zur Schule fahren zu lassen. Auch bei älteren Kindern sollten Eltern sorgfältig abwägen, ob das Kind zu Fuss nicht besser dran wäre. Cotting rät, das Kickboard nur in der Freizeit auf verkehrsarmen, übersichtlichen Plätzen zu nutzen. Dennoch betont er: «Kickboards sind für die Sicherheit der Kinder ein eher marginales Problem. Viel gefährlicher ist nach wie vor der motorisierte Verkehr.»

Checkliste für Eltern

Ist mein Kind reif genug, um meine Weisungen zu verstehen und sich daran zu halten?

Gibt es abschüssige Stellen auf dem Schulweg? Dort ist es für Kinder sehr schwer, die Kontrolle über das Kickboard zu behalten.

Wie viele Strassen muss mein Kind auf dem Weg zur Schule überqueren?
Beim Überqueren der Fahrbahn dürfen Verkehrsteilnehmer auf fahrzeugähnlichen Geräten nur im Schritttempo fahren.

Ist mein Kind ausreichend geschützt mit Helm, Handgelenk-, Knie- und Ellbogenschonern?

Ist mein Kind rundum gut sichtbar mit heller Kleidung, einer Lampe je vorne und hinten?
Diese Sichtbarkeit ist nicht nur für Ihr Kind wichtig, sondern auch für die Sicherheit anderer Passanten.
Die BfU stellt kostenlos detailliertes Material zum Thema zur Verfügung.
Unter Bfu.ch und dem Suchbegriff «fäG» finden Sie Infos rund um Kickboards und damit verbundene Rechte, Gefahren und Pflichten.

Autor: Andrea Fischer Schulthess