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03. November 2014

Apples fiese Speichertaktik

Apple iPad mini 3
Das Apple iPad mini 3.

Ohne die zusätzliche Installation einer App, ohne Fotos und ohne E-Mails: Auf unseren Testgeräten iPad Air 2 und iPad Mini 3 mit 128 GB Speicher sind nach dem ersten Start allein durch das Betriebssystem 15 GB Speicher belegt. Dort fällt der exzessive Speicherhunger von iOS nicht so stark ins Gewicht wie bei den günstigen Geräten mit kleinem 16-GB-Speicher. Dort braucht Apple mit 5 GB von Haus aus nicht ganz so viel Platz, aber die Kapazität ist so stark eingeschränkt, dass sich schon nach kurzem Gebrauch Updates nicht mehr über W-Lan installieren lassen. Nur wer sein Gerät an Mac oder PC anschliesst und via iTunes aktualisiert, erhält keine Fehlermeldung. Und das kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Oder etwa doch? Apple bietet seine neuen Produkte nur noch mit Kapazitäten von 16, 64 oder 128 GB an. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bot bis anhin eine Kapazität von 32 GB. Aber die gibts derzeit nur noch bei Auslaufmodellen, und bald wohl gar nicht mehr. Die Taktik dahinter ist glasklar:Der Konzern will seine Kunden dazu «zwingen», nur noch Geräte mit hoher Kapazität zu kaufen, da sich dort wesentlich mehr Geld verdienen lässt. Das zeigen neuste Zahlen. Die Analystenfirma IHS.com hat kürzlich ein Gerät aufgeschraubt und die einzelnen Komponenten unter die Lupe genommen. Sie schätzt die Kosten von einem GB Speicher auf 35 Rappen. Apple verrechnet seinen Kunden jedoch mehr als fünf Mal mehr: Während die Erhöhung von 16 auf 128 GB den Konzern Fr. 40.– kostet, zahlt der Kunde im Laden dafür satte 220 Franken. Nicht nur eine fiese, sondern auch eine teure Speichertaktik.

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Autor: Reto Vogt