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04. April 2016

Anfälliger Stossdämpfer

Eingriffe am Meniskus zählen zu den häufigsten orthopädischen Behandlungen. Eine Operation ist aber nicht immer sinnvoll.

Meniskuspatient bei der Physiotherapie
Physiotherapie kann ohne Operation viele Probleme am Knie lösen (Bild: Getty Images).

Der Meniskus ist eine knorpelähnliche Substanz, die als Stossdämpfer wirkt. Gleichzeitig sorgt er für die Stabilisierung des Knies. Wird der Meniskus verletzt, kann er seine Funktion nicht mehr voll erfüllen, und das Risiko einer Gelenkabnützung (Arthrose). Die Frage, ob am Meniskus operiert werden soll, muss deshalb gut überlegt sein. Wird operiert, soll möglichst wenig Meniskus entfernt werden.

Wen trifft es am häufigsten?

Zwischen akuten Verletzungen und Abnutzungserscheinungen muss unterschieden werden. Bei Personen bis 40 Jahren stehen die Verletzungen im Vordergrund, danach die altersbedingten Schäden. In der Jugend besteht das Risiko für Verletzungen am Meniskus in kniebelastenden, unfallträchtigen Sportarten. Primär sind die Fussballer – vor den Handballern und den Alpinsportlern – betroffen. Nicht zu vergessen sind die Langstreckenläufer, bei denen Meniskusschäden auch häufig auftreten. Grund dafür dürfte die Dauerbelastung sein, von der sich der Meniskus nicht erholen kann und somit «spröder» wird. Männer trifft es vermehrt, sie haben drei Mal häufiger Meniskusprobleme als Frauen. Auch das Alter macht den Meniskus verletzungsanfälliger, weil er seine Elastizität verliert. Weitere Rikofaktoren sind Übergewicht, die Anatomie der Beine, Bandverletzungen im Knie und exzessive Sporttätigkeiten.

Wann sollte operiert werden?

Bei einer nicht lösbaren Knieblockade sowie bei einem Kniegelenkserguss, der länger als 10 Tage anhält, ist eine Operation zwingend. Hingegen muss bei anhaltenden Schmerzen nicht in jedem Fall operiert werden. Bei akuten Verletzungen eignet sich das MRI, um eine Entscheidung zu treffen. Bei einem Meniskusschaden im Alter ist das MRI aber nicht immer ein guter Ratgeber. Eine Studie zeigt, dass bei 36 Prozent der Personen Meniskusveränderungen erkannt wurden, davon aber 60 Prozent ohne Symptome waren. Die Untersuchung durch einen erfahrenen Arzt kann Aufschluss geben.

Autor: Koni Birrer