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16. Juli 2012

Andrew Evans' Top 10 der Schweiz...

...und dazu die detaillierten Ausflugstipps der Redaktion: Auf den Aletschgletscher, ins Wissenschaftszentrum oder auf den Genfer Markt, auf dem Bike ins Oberland oder ins Zürcher Nachtleben.

1. Den Aletschgletscher besteigen, mit Steigeisen und allem drum und dran

TIPP 1: Den Aletschgletscher besteigen, mit Steigeisen und allem drum und dran. (Bild: Keystone)
TIPP 1: Den Aletschgletscher besteigen, mit Steigeisen und allem drum und dran. (Bild: Keystone)

Der Grosse Aletschgletscher ist der flächenmässig grösste und längste Gletscher der Alpen. Das majestätische Eismeer gehört – zusammen mit den umliegenden Regionen – zum UNESCO-Weltnaturerbe. Auf einer geführten Trekking-Tour eröffnen sich einzigartige Perspektiven auf die fabelhafte Landschaft und Tierwelt. Angebote finden Sie beispielsweise unter: http://www.bergsteigerzentrum.ch

2. Das CERN besuchen, wo das Internet geboren wurde

Tipp 2: Das Cern besuchen, wo das Internet geboren wurde. (Bild: Andrew Evans/National Geographic)
Tipp 2: Das Cern besuchen, wo das Internet geboren wurde. (Bild: Andrew Evans/National Geographic)

Wie wärs mit einer Crêpe zum «petit-déjeuner»? Eine solche Stärkung finden Sie beispielsweise in der Crêperie des Pâquis . Einige Strassen vom Restaurant entfernt befindet sich der Bahnhof Genf Cornavin, von wo aus die Europäische Organisation für Kernforschung CERN bequem per Tram erreichbar ist (Linie 14 bis Endstation CERN). Die öffentlichen Ausstellungen bieten Einblicke in die physikalische Grundlagenforschung und sind kostenlos. Empfehlenswert ist auch der Besuch des «Globe» – nicht einzig wegen der spannenden Ausstellung «Universe of Particles», sondern auch wegen seiner innovativen Architektur. Bei einem gemütlichen Glas lokalen Weins (der Kanton Genf ist das drittgrösste Weinanbaugebiet der Schweiz) lassen sich die Eindrücke des Tages wunderbar Revue passieren. Beispielsweise in der Weinbar «Le Rouge et le Blanc» am Ufer der Rhône. Wer anschliessend Lust auf ein raffiniertes Essen hat, kommt im Restaurant «L'hédoniste» auf seine Kosten.

3. Mountainbiken in der Region Interlaken

TIPP 3: Mountainbiken in der Region Interlaken. (Bild: Andrew Evans/National Geographic)
TIPP 3: Mountainbiken in der Region Interlaken. (Bild: Andrew Evans/National Geographic)

Für seine vielseitigen Sport- und Outdoor-Möglichkeiten ist Interlaken weltbekannt. Auch Mountainbike-Fahrern bietet die Ferienregion im Berner Oberland einiges. Wer weniger gut trainiert ist, kann die Berg- und Seenlandschaft entspannt per Elektrovelo erkunden. Nach einem energiereichen Frühstück - beispielsweise mit einem währschaften Schweizer Müesli - steht dem Vergnügen nichts mehr im Wege:

  • Wie wäre es mit einer Rundtour um den Brienzersee, in dessen türkisfarbenem Wasser sich die umliegende Bergwelt spiegelt? (Länge: 56 km, 297 Höhenmeter, Dauer: ca. 4 Std.)
  • Oder einem Ausflug ins idyllische Chaletdorf Grindelwald mit spektakulärer Sicht auf den 3970 m.ü.M. hohen Eiger? (Länge: 21 km, 481 Höhenmeter, Dauer: ca. 2 Std.)
  • Und zu guter Letzt: Die berühmte Alpentour über Grindelwald zur Grossen Scheidegg und hinunter ins Rosenlaui ist mit ihren 1400 Höhenmetern für geübte, konditionsstarke Fahrer eine herrliche Herausforderung. (Länge: 76 km, 1792 Höhenmeter, ca. 6 Std.)

Informationen zu Bike-Vermietung und -Strecken

4. Das Nachtleben in der Stadt Zürich geniessen

TIPP 4: Das Nachtleben in der Stadt Zürich geniessen. Im Bild die Freiluftbar Rimini.(Bild: Keystone)
TIPP 4: Das Nachtleben in der Stadt Zürich geniessen. Im Bild die Freiluftbar Rimini.(Bild: Keystone)

Wenn schon, denn schon: Für eine Nacht in der 2012 zur teuersten Stadt der Welt gewählten Metropole im Luxus schwelgen:

  • Am späteren Nachmittag mit dem Tram Nr. 6 vom Hauptbahnhof bis zur Endstation Zoo fahren. Auf der Sonnenterrasse des Hotels Zürichberg einen Apéritiv geniessen oder einen ca. 20-minütigen Spaziergang am FIFA-Hauptsitz vorbei zum Grand Hotel Dolder unternehmen und sich dort eine Erfrischung genehmigen. Anschliessend das Tram oder die Dolderbahn zurück zum Hauptbahnhof nehmen.
  • Sehen und gesehen werden: In der teuren Kronenhalle ein typisches «Züri-Gschnätzlets» bestellen und den Blick dabei auf millionenschwere Bilder und Menschen werfen.
  • Über den Dächern von Zürich einen Cocktail geniessen – am besten in der stilvollen «Clouds»-Lounge des Prime Towers, dem höchsten Gebäude der Stadt. Sich anschliessend in die benachbarte Clubszene stürzen oder den Abend klischeehaft in der bekannten Pelikanbar in der Innenstadt ausklingen lassen.

5. Den Markt von Carouge besuchen (immer mittwochs und samstags)

TIPP 5: Den Markt von Carouge besuchen (immer mittwochs und samstags). (Bild: Keystone/Stephan Torre)
TIPP 5: Den Markt von Carouge besuchen (immer mittwochs und samstags). (Bild: Keystone/Stephan Torre)

Früh aufstehen lohnt sich, denn ein Bummel auf dem jeweils am Mittwoch- und Samstag-Vormittag stattfindenden Wochenmarkt ist absolut empfehlenswert. Kleine Geschäfte, Künstler und Handwerker beleben das rund 20'000 Einwohner zählende Städtchen und lassen Müde im Nu munter werden. Vom Bahnhof Genf Cornavin ist Carouge mit den Tramlinien 12 oder 13 in ca. 30 Fahrminuten erreichbar. Wer genug vom bunten Treiben auf der Place du Marché hat, kann sich vom mediterranen Charme dieser ehemals sardischen Stadt überzeugen, durch die malerischen Gassen spazieren, historische Bauten und moderne Galerien besuchen oder seinen Einkauf in kleinen Boutiquen und Antiquitätenläden fortsetzen. Wer auch kulinarisch in die Geschichte von Carouge eintauchen möchte, kann im ältesten Restaurant der Stadt - dem Lion d'Or - ein französisches oder italienisches Gericht geniessen.

6. Ein Käsefondue in Gruyère essen. Und dann das Schloss ansehen

TIPP 6: Ein Käsefondue in Gruyère essen. Und das Schloss ansehen. (Bild: Keystone)
TIPP 6: Ein Käsefondue in Gruyère essen. Und das Schloss ansehen. (Bild: Keystone)

Aufgrund der Öffnungszeiten des Château de Gruyère empfiehlt es sich, den Rundgang durch das prachtvolle Schloss vor dem Fondueplausch einzuplanen. Überhaupt lohnt es, sich für einen Besuch des Greyerzbezirkes Zeit zu nehmen, denn die Gegend hat einiges zu bieten. Wer sich für die lokale Käseproduktion interessiert, kann dem traditionellen Herstellungsprozess in einer Schaukäserei beiwohnen (z.B. in der Alpschaukäserei Moléson ). Oder auf einer Themenwanderung durch die lieblichen Hügel mehr über die Gegend erfahren. Und wer sich schlicht und einfach entspannen möchte, lässt seine Seele am besten in den Gruyère-Bädern bei Charmey baumeln. Wie auch immer das Programm aussehen mag, der Hunger wird nicht auf sich warten lassen. Das beste Fondue inmitten rustikaler, heimeliger Chaletatmosphäre finden Sie im Le Chalet . Guten Appetit!

7. Durch die Weinberge des Lavaux radeln

TIPP 7: Durch die Weinberge des Lavaux radeln. (Bild: Andrew Evans/National Geographic)
TIPP 7: Durch die Weinberge des Lavaux radeln. (Bild: Andrew Evans/National Geographic)

Auf rund 800 Hektaren erstrecken sich die malerischen Weinberge des Lavaux. Das grösste zusammenhängende Weinanbaugebiet der Schweiz gehört zum UNESCO-Welterbe und bietet fantastische Sicht auf den Genfer See. Die Terrassen lassen sich auf vielseitige Art und Weise entdecken – beispielsweise per Spaziergang auf dem Lehrpfad, Wanderung auf der «Corniche» oder mit dem Velo. Die «Tour du Mont Pélerin» führt unter anderem durch die sonnigen Rebberge und bietet viel Abwechslung. Alle Infos dazu finden Sie unter Schweiz Mobil .

8. In Wengen und Umgebung wandern

TIPP 8: In Wengen und Umgebung wandern. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)
TIPP 8: In Wengen und Umgebung wandern. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

Fantastische Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau bietet der klassische Panoramaweg von der Bergstation von Wengens Hausberg Männlichen zur Kleinen Scheidegg (ca. 90 Minuten). Ein weiteres Highlight des Lauterbrunnentals sind die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Trümmelbachfälle , die das Gletscherwasser von Eiger, Mönch und Jungfrau abtransportieren. Die zehn laut donnernden Gletscherwasserfälle sind europaweit die einzigen, die im Berginnern per Lift, Tunnel und Plattformen erschlossen sind. Die Wasserfälle sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder von Lauterbrunnen aus auf einem leicht begehbaren Wanderweg erreichbar. Vor einem Besuch sollten die witterungsbedingten Öffnungszeiten abgeklärt werden.

9. Dem Nachtwächter der Kathedrale von Lausanne zuhören, wie er die Stunden ausruft

TIPP 9: Dem Nachtwächter der Kathedrale von Lausanne zuhören, wie er die Stunden ausruft. (Bild: Andrew Evans/National Geographic)
TIPP 9: Dem Nachtwächter der Kathedrale von Lausanne zuhören, wie er die Stunden ausruft. (Bild: Andrew Evans/National Geographic)

Die Kathedrale Notre-Dame von Lausanne war einst ein bekannter Wallfahrtsort und gilt als das bedeutendste Gotik-Bauwerk der Schweiz. Sie steht am Rande des Altstadthügels und ist per Metro gut erreichbar. Einzigartig: Jeweils von 22 Uhr bis 2 Uhr morgens ruft ein Nachtwächter vom Glockenturm die Uhrzeit aus – pünktlich die Stunde, einmal in jede Himmelsrichtung. Obwohl der Ruf in der ganzen Altstadt zu hören ist, lohnt es sich, nachts zum Turm der Kathedrale aufzusteigen (Anmeldung erforderlich), denn die Sicht über die historische Altstadt aus dem Mittelalter ist beeindruckend. Vor dem Aufstieg der 232 Stufen kann man sich beispielsweise im Café de Grütli mit einer lokal-typischen Saucisson vaudois (Kohlwurst) stärken.

10. Die malerische Landschaft um Pontresina und Celerina erkunden

TIPP 10: Die malerische Landschaft um Pontresina und Celerina erkunden. (Bild: Claudio Bader)
TIPP 10: Die malerische Landschaft um Pontresina und Celerina erkunden. (Bild: Claudio Bader)

...beispielsweise mit der Rhätischen Bahn , die zum UNESCO Weltkultur-Erbe gehört:
An einem schönen Tag im Juli oder August empfiehlt sich die Fahrt mit einem offenen Aussichtswagen: Es gibt zwar keine Fensterscheiben und im Tunnel etwas mehr Lärm, dafür das unbeschreibliche Gefühl von Freiheit, wenn einem der Fahrtwind um die Ohren pfeift. Wer es gemütlicher angehen mag, kann eine Teilstrecke mit dem modernen Panoramazug zurücklegen. Die grossen Fenster bieten beste Sicht auf die einzigartige Bergwelt, während bedeutende Streckenabschnitte teilweise per Lautsprecher-Durchsagen kommentiert werden.
Ein absolut unvergessliches Erlebnis ist die Vollmond-Zugfahrt entlang des Berninamassivs mit Fondue-Essen auf der Alp Grüm (2091 m.ü.M.). Bei klarem Himmel erstrahlt die Gebirgs- und Gletscherwelt in allen Weiss- und Blautönen. Diese Fahrten wurden 2012 nur im März angeboten.

Autor: Nicole Demarmels