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19. Januar 2015

Andrea Caroni: «Ich bewundere Aragorn»

Leidenschaft ist das, was FDP-Nationalrat Andrea Caroni antreibt ‒ ob in der Politik, bei Gesellschaftsspielen oder im Tennis. Zwei seiner Vorbilder sind Figuren von «Herr der Ringe».

Name: Andrea Caroni (34)
Sternzeichen: Widder. «Aber es gibt vermutlich niemanden, dem sein Sternzeichen egaler ist als mir.»
Wohnort: Herisau AR

Meine Leidenschaft ist Politik. Erstens liebe ich das Diskutieren und argumentiere gern. Die zweite Faszination gilt dem Inhalt: In mir brennt ein starkes liberales Feuer, mit dem ich unsere Gemeinschaft mitgestalten will.

Wieso leben Sie in Herisau?

Warum jemand in Ausserrhoden leben will, muss ich hoffentlich nicht erklären. Warum aber Herisau? Erstens bietet Herisau als grösster Ort in Ausserrhoden sehr viel, zweitens gab es hier das vielfältigste Wohnangebot, und drittens ist dies der geografische Kompromiss zwischen meiner Freundin und mir.

Ich liebe Gesellschaftsspiele generell, wie Siedler oder Carcassonne. Jassen ist auch toll und ergibt sich oft bei Treffen mit Freunden. Die Karten mit meinem Bild auf der Rückseite, waren Werbegeschenke für den Wahlkampf.

Wo würden Sie gern leben?

Abgesehen von Ausserrhoden? Die schönste Schweizer Stadt ist Zürich: Sie hat die perfekte Grösse – alles ist zu Fuss erreichbar –, es ist viel los, und man hat eine fantastische Aussicht über den See mit den Alpen im Hintergrund. Seit Studienbeginn habe ich darum noch ein Zimmer in Zürich. Während der Session übernachte ich oft dort.

Ich bin Fantasyfan und sammle Spiele, Bücher, Filme, sogar Plüschtiere ‒ Drachino war ein Geschenk an meine bald einjährige Tochter Fiona zu ihrer Geburt. Er bewacht sie. An Fantasy gefallen mir die idealisierten Welten mit allmächtigen Magiern, fantastischen Fabelwesen und heldenhaften Figuren.

Beruf und Lebenslauf:

Aufgewachsen bin ich in Grub AR, wo ich mit 19 Jahren der FDP beitrat. Mein Jus-Studium absolvierte ich in Zürich und Genf. Mit 24 wurde ich in den Gemeinderat Grub gewählt, mit 27 Jahren erlangte ich das Anwaltspatent, gründete die Jungpartei der FDP AR. Danach arbeitete ich drei Jahre als persönlicher Mitarbeiter für den damaligen Bundesrat Hans-Rudolf Merz, bevor ich 2010 für ein Masterstudium in Politik- und Wirtschaftswissenschaften nach Harvard ging. Im Dezember 2011 wurde ich 31-jährig in den Nationalrat gewählt.

Das Klischee des Anwalts ist das des bierernsten Paragrafenverwalters. Mein Arbeitskollege Dominik ist das pure Gegenteil. Zudem ist er humorvoll und ein schlechterer Minigolfspieler als ich. All das schätze ich an ihm.

Mein Lebensmotto:

Ein Motto habe ich nicht, aber eine Grundhaltung: optimistisch und neugierig sein. Ich finde fast alles spannend.

Meine beste Reise waren die sieben Wochen durch Russland, Asien und die USA mit meiner Freundin im Jahr 2011: Zuerst fuhren wir mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking, dann flogen wir von Schanghai nach Los Angeles und anschliessend nach Alaska.

Was ich nicht mag:

Drei Dinge: IT, die nicht funktioniert, Schleicher auf der Strasse – beides Dinge, die meinen Fluss behindern – und ein unaufhörlich schrill schreiendes Baby tief in der Nacht. Letzteres kommt zum Glück kaum mehr vor.

Der M-Budget-Drink Sugarfree ist ein kühler, frischer Energieschub und ein Aufsteller für kleine Durchhänger während des Tages.

Meine schlechteste Eigenschaft:

Ich habe manchmal eine tiefe Frustrationstoleranz. In manchen Situationen fehlt mir die nötige Gelassen-heit und Geduld. Laut werde ich aber nur in kleinen Kreisen und in Ausnahmefällen.

Seit ich zehn bin, spiele ich Tennis. In der Session spiele ich im TC Nationalrat, wo ich Captain bin. Zudem bin ich ein absoluter Roger-Federer-Fan. Mein bisher unerfüllter Traum: ein paar Bälle gegen Roger Federer.

Meine Sucht:

Ich schaue jeweils drei Serien gleichzeitig: eine mit meiner Freundin, eine lockere unterwegs im Zug und eine seriöse spätabends, wenn alle im Bett sind. Serien sind eine Art Belohnung für mich. Die Beste überhaupt ist wahrscheinlich «Breaking Bad».

«Das Heilbad Unterrechstein in Heiden ist ein Ort der Harmonie, ein Kokon von warmem Wasser, gepaart mit guter Aussicht. Schon als Kind habe ich hier gebadet.»

Meine Vorbilder:

Hans-Rudolf Merz ist mein politisches Vorbild, Oscar Peterson mein Jazzvorbild. Und aus «Herr der Ringe» bewundere ich Aragorn für seinen Mut sowie Gandalf für seine unendliche Weisheit.

Autor: Laila Schläfli

Fotograf: Daniel Ammann