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15. Juni 2015

Rentenverteilung auf Frauen und Männer

Diese Woche im Migros-Bank-Ratgeber: Wie verteilen sich die Altersrenten auf Frauen und Männer? Unsere Analyse zeigt: Es besteht eine grosse Ungleichheit.

Geschlechtergraben in der Vorsorge
Der Geschlechtergraben in der Vorsorge.

Die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern ist ein viel diskutiertes Thema. Entsprechend führen die Behörden detailliert Buch darüber, wie sich dieser Abstand entwickelt und welche Faktoren dafür verantwortlich sind. Ganz anders hingegen bei der Vorsorge: Eine offizielle Auswertung zu den Anteilen der Frauen und Männer sucht man da vergeblich. Obwohl es ebenfalls um viel Geld geht. Allein im Jahr 2013 haben die AHV und die berufliche Vorsorge Altersrenten von 52 Milliarden Franken ausbezahlt. Und der Betrag nimmt pro Jahr um 1,5 Milliarden Franken zu.

Versuchen wir also, etwas Licht in die Geschlechterverteilung bei der Vorsorge zu bringen: Beim grösseren der beiden Töpfe, bei der AHV, fliessen von den 32 Milliarden Franken an Altersrenten 58 Prozent an die Frauen (siehe Grafik oben).
Der wichtigste Grund für die weibliche Dominanz ist die höhere Lebenserwartung: Frauen leben im Schnitt drei Jahre länger. Weil die erste Säule im Umlageverfahren finanziert wird, profitieren Frauen zudem von den höheren Lohnbeiträgen der Männer.

Komplett gegensätzlich sind die Gewichte in der zweiten Säule verteilt: Hier gehen stattliche 78 Prozent der Altersrenten an die Männer und nur gerade 22 Prozent an die Frauen. Wie lässt sich diese Ungleichheit erklären? In der beruflichen Vorsorge ist die Rente abhängig von der Höhe der geleisteten Einzahlungen, wobei der Arbeitgeber mindestens die Hälfte davon übernimmt. Der deutlich geringere Anteil der Frauen ist somit ein Spiegelbild der tieferen Erwerbsquote sowie des tieferen Durchschnittslohns.
Dieser Graben schliesst sich zwar, aber nur langsam: Vor zehn Jahren bekamen die Frauen erst 18 Prozent der ausbezahlten Renten.

Unsere Auswertung zeigt: Das Risiko einer mangelhaften Altersvorsorge ist bei den Frauen höher. Dabei gilt es, einige besondere Faktoren zu berücksichtigen, wie etwa den Koordinationsabzug bei der Teilzeitarbeit oder die Konsequenzen einer Scheidung. Im Internet unter Blog.migrosbank.ch zeige ich deshalb ganz konkret, welche Fallstricke in der Vorsorge existieren und was Sie dagegen tun können.
Sie finden diese Ratschläge unter dem Titel «Sieben Vorsorgetipps für Frauen – und auch für Männer».

Autor: Albert Steck