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08. Mai 2017

Alles zum Eurovision Song Contest auf einen Blick

«Switzerland, zero points!» Die vergangenen zehn Jahre des Eurovision Song Contest (ESC) waren ein Desaster für die Schweiz. Schneidet Timebelle (siehe auch «Die Welt von Miruna Manescu») am Samstag in Kiew besser ab? Zahlen und Fakten zum schrägsten Wettsingen in der Infografik.

WISSENSWERTES ZUM ESC

Geboren in der Schweiz
Der erste ESC überhaupt fand am 24. Mai 1956 in Lugano (TI) statt, mit sieben Ländern und in edler Abendgarderobe. Die Schweiz siegte!

Grösster Erfolg eines ESC-Siegessongs
«Waterloo» von Abba (1974). Der Song wurde zu einem der grössten Hits – und die Band weltberühmt.

Haben beim ESC nicht gewonnen – und wurden dennoch zu Hits
«Nel blu dipinto di blu» (Volare), Domenico Modugno (I, 1958)
«Piove» (Ciao ciao bambina), Domenico Modugno (I, 1959)
«Congratulations», Cliff Richard (UK, 1968)
«Dschingis Khan», Dschingis Khan (D, 1979)

Die Infografik zum Eurovision Song Contest
Die Infografik zum Eurovision Song Contest


DIE INFOGRAFIK ...

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DIE SCHWEIZ AM ESC

Teilnahme: An 57 von 61 Ausgaben. 1995, 1999, 2001 und 2003 musste sie wegen schlechter Vorjahresplatzierungen aussetzen.

Siege: 2: Lys Assia mit «Refrain» 1956; Céline Dion mit «Ne partez pas sans moi» 1988 (2. Plätze: 3; 3. Plätze: 3)
Letzte Plätze: 6 (viermal mit 0 Punkten)
Schon im Halbfinale ausgeschieden: 9 (am häufigsten überhaupt, gemeinsam mit den Niederlanden und Slowenien)

Die desaströsen letzten 10 Jahre: Im Halbfinal ausgeschieden: DJ Bobo (2007), Paolo Meneguzzi (2008), Lovebugs (2009), Michael von der Heide (2010), Sinplus (2012), Takasa/Heilsarmee (2013), Mélanie René (2015), Rykka (2016); Platz 25 (von 25): Anna Rossinelli (2011); Platz 13 (von 26): Sebalter (2014)

Schweizer Beitrag 2017: Die Band Timebelle mit Miruna Manescu versucht ihr Glück mit «Apollo»

ESC-ANEKDOTEN

Terrorangst 1973: Die Aufnahme Israels in den Kreis der ESC-Wettbewerber löste 1973 in Luxemburg Ängste vor Terroranschlägen aus. Das Saalpublikum wurde angewiesen, beim Applaudieren sitzen zu bleiben, um vom stark verstärkten Sicherheitspersonal nicht versehentlich erschossen zu werden.

Konkurrenz im Ostblock: In den 60er-Jahren imitierten die Ostblockstaaten den ESC mit einem eigenen Wettbewerb, dem «Sopot Song Festival». Weil nur wenige Zuschauer Telefone hatten, wählten sie, indem sie daheim das Licht einschalteten, wenn sie einen Song mochten. Die Energiebehörde mass den Stromverbrauch und meldete ihn dem TV-Sender.

Festtag für die Gay Community: Seit den 80er-Jahren hat der ESC unter Schwulen besonders viele Fans. Doch erst 1997 trat mit dem Isländer Paul Oscar der erste offen schwule Sänger im Wettbewerb an. 2014 holte der Österreicher Tom Neuwirth mit seiner Kunstfigur Conchita Wurst den Sieg.

Autor: Ralf Kaminski

Illustrationen: Daniel Müller / illumueller.ch