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03. Februar 2014

Alles Banane oder was?

Samsung biegt seine Fernseher künftig durch. Was diese Bauform tatsächlich bringt, hat das Migros-Magazin an einer Veranstaltung des südkoreanischen Herstellers ausprobiert.

Samsungs durchgebogener Fernseher
Samsungs durchgebogener Fernseher (Bild: zVg).

Der durchgebogene Fernseher ist ein Blickfang, kein Zweifel. Die im spanischen Malaga erstmals in Europa gezeigten Geräte von Samsung fallen auf, auch weil sie einen langjährigen Trend im TV-Geschäft umkehren: Es geht dem Hersteller nicht mehr darum, möglichst dünne Fernseher zu bauen, die sich zum Beispiel ganz einfach an die Wand hängen lassen. Samsungs Ziel ist vielmehr, mit den gebogenen Displays eine Sogwirkung zu erzielen. Die Geräte brauchen zwar mehr Platz, dafür sollen Zuschauer im Bild versinken und sich als Teil des Films fühlen.

Teilweise funktioniert das sogar. Vor allem wenn weite Landschaften zu sehen sind. Dort entsteht eine künstliche Tiefe, die beeindruckt. Allerdings setzt das voraus, dass die Distanz zwischen Fernseher und Mensch höchstens ein bis zwei Meter beträgt. Die Wirkung verpufft, wenn man weiter weg oder nicht zentral vor dem Gerät sitzt. Gerade Letzteres dürfte in den meisten Wohnzimmern schwierig zu bewerkstelligen sein. Etwa wenn sich eine Familie gemeinsam einen Film ansehen will, und jede Person in einem anderen Blickwinkel zum Gerät sitzt.

Bildqualität bleibt entscheidendes Kaufkriterium

Wesentlich wichtiger als die Bauform eines Fernsehers bleibt seine Bildqualität. Samsung setzt wie die Konkurrenz auf 4K, die vierfache Auflösung von Full-HD. Die gibt es tatsächlich schon, vorausgesetzt, Filme und Fernsehsendungen sind in dieser Qualität produziert. Dieses Problem geht Samsung proaktiv an und liefert zu jedem Fernseher eine Festplatte mit rund 50 Hollywood-Filmen in 4K-Qualität mit. Darüber hinaus schlossen die Südkoreaner eine Kooperation mit dem Inhalteanbieter Netflix, der die neusten Fernsehserien im Abo verkauft. Sobald der Dienst in Europa startet, schaltet Samsung den Zugang auf seinen Geräten frei.

Plötzlich ist alles «intelligent»

Die Waschmaschine der Zukunft erkennt ihren Inhalt automatisch.
Die Waschmaschine der Zukunft erkennt ihren Inhalt automatisch.

Natürlich sind die vorgestellten Samsung-Fernseher «smart». Das heisst übersetzt aber nicht «schlau» oder «intelligent», sondern: Es gibt eine Möglichkeit, das Gerät ans Internet anzuschliessen. Künftig bleibt es nicht bei Fernsehern, Handys oder Tablets – der ganze Haushalt vernetzt sich untereinander. Demonstriert hat dies Samsung anhand einer Waschmaschine. Sie erkennt, welche Art von Wäsche in der Trommel liegt, wie viel diese wiegt und welchen Verschmutzungsgrad sie aufweist. Ausserdem soll das Gerät zwischen Hemd und Jeans unterscheiden können, und dementsprechend wissen, ob 40 oder 60 Grad die richtige Wahl sind. So definiert sie automatisch das passende Waschprogramm und legt bereits per Knopfdruck los. Nur einfüllen und rausnehmen müssen Sie die Wäsche noch selbst. Ersparen kann man sich dagegen den unnötigen Gang in die Waschküche. Das geht so: Das Smartphone ist mit der Waschmaschine verknüpft, und zeigt aktuelle Infos über den Waschvorgang.

Preise und Verfügbarkeit: Die Waschmaschine WW9000 ist ab April 2014 für empfohlene 2700 Franken in der Schweiz erhältlich. Samsungs U8500 Curved UHD TV Serie gibt's ab März/April 2014 zu kaufen. Bei diesen Modellen ist der Preis noch nicht bekannt.

Autor: Reto Vogt