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27. April 2016

All Birds are welcome

Diese Einladung scheinen die Vögel in meinem Umfeld wohl Ernst zu nehmen.

Nachdem mir im letzten Jahr eine einbeinige Spatzendame aufgrund ihres halsbrecherischen Landemanövers aufgefallen ist, fand sich dieses Jahr eine Kohlmeise mit einem seltsamen Gewächs in unserem Garten ein. Sie schien abgesehen davon putzmunter und mit einem gesunden Appetit gesegnet zu sein. Nach ein paar Wochen ist sie dann aber nicht mehr erschienen.
Auch sonst geht es draussen immer noch lebhaft zu und her. Momentan flattern ganz viele Spatzen herum, aber auch die Blau- und Kohlmeisen sind zahlreich vertreten. Zu meiner grossen Freude ist seit ein paar Tagen auch wieder der Kleiber aufgetaucht. Er klettert mit Vorliebe Baumstämme herunter und hängt kopfüber an den Ästen.
Ein Hausrotschwanzpärchen nistete direkt unterhalb unseres Dachfirstes. Doch der Föhn riss das Nest herunter. Fleissig schafften sie neues Nistmaterial heran und ein neues Nest wurde gebaut. Auf dieses hatte es aber auch eine Kohlmeise abgesehen. Nach einem heftigen Kampf fiel ein grosses Teil des Nestes erneut herunter. Und so bauten Herr und Frau Hausrotschwanz unermüdlich weiter. So entstand ein weiteres Nest. Aber sie hatten schon wieder Pech und ein heftiger Sturm zerstörte das Nest zum dritten Mal. Jetzt haben sie es aufgegeben. Ich sehe sie zwar weiterhin täglich im Garten umherstreifen und Nahrung suchen, aber ihr Nest bauen sie jetzt wohl an einem sichereren Ort.
Dieses Jahr habe ich an einem Ornithologischen Einsteigerkurs im Tierpark Goldau teilgenommen. Das frühe Aufstehen war für mich Eule zwar eine ziemliche Herausforderung – aber wie heisst’s so schön: der frühe Vogel fängt den Wurm! Im dichten Schneegestöber dem morgendlichen Gesang zu lauschen hatte fast etwas Magisches an sich. Es war sehr spannend und ich habe einiges über Wasser-, Wald-, Greifvögel, Eulen sowie Vögel im Siedlungsraum dazu gelernt und auch über die Zuordnung der verschiedenen Vogelstimmen. Jedenfalls weiss ich jetzt auch wie die beiden Vögel heissen, deren Gesang ich zwar ständig höre, aber noch nie zu Gesicht bekommen habe: es sind dies der Zilpzalp und die Mönchsgrasmücke.