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22. April 2014

Achtung: Die Zecken sind los!

Die Zecken sind dieses Jahr besonders früh unterwegs. Erhöhte Vorsichtsmassnahmen sind jetzt wichtig. Wie vermeiden Sie Zeckenstiche? Stimmen Sie ab (rechts).

Eine Zecke sitzt auf einer Pflanze und wartet auf ein Opfer.
Warteposition: Geht ein Mensch oder Tier vorbei, klammert sich die Zecke an ihm fest (Bild: zVg).

Das schöne Wetter lockt wieder in den Wald. Dort warten aber auch die Zecken auf Opfer, nach dem warmen Winter sind sie dieses Jahr besonders früh unterwegs. Die Tiere sind Träger zweier gefürchteter Krankheitserreger: des FSME-Virus, Auslöser von Hirnhautentzündung, und der Borrelien, Ursache der Lyme Borreliose, die Gelenke, Nervensystem und Herz dauerhaft schädigen kann.

Wie kann man sich schützen? «Zecken halten sich im Unterholz, im hohen Gras, auf Stauden und im Laub auf. Deshalb im Wald keinesfalls barfuss und nicht unnötig durch Gestrüpp gehen, geschlossenes Schuhwerk und lange Hosen tragen, die Socken über die Hosen ziehen», rät Norbert Satz (66), Arzt und Zeckenspezialist in Zürich. «Später zu Hause duschen, den Körper nach Zecken absuchen und gründlich mit dem Handtuch abrubbeln.»

Wurde man gestochen, ist rasches Entfernen oberstes Gebot. «Denn je länger die Zecke saugt, desto mehr Erreger gelangen in den Körper», sagt Norbert Satz. «Am besten nimmt man dafür eine Pinzette, wenn keine da ist, einfach rauskratzen.» Etwa jede dritte Zecke trägt Borrelien in sich, mit dem FSME-Erreger sind besonders Tiere in den Hochrisikogebieten im Mittelland, im Jura und in den Voralpen befallen. Doch Panik ist auch hier fehl am Platz: Nur eine sehr kleine Minderheit der Menschen, die von infizierten Tieren gestochen wird, entwickelt eine schwere Krankheit. Um dem zuvorzukommen, ist es wichtig, die Einstichstelle und das Allgemeinbefinden gut zu beobachten. «Entsteht innerhalb der nächsten vier Wochen eine Rötung, muss man den Arzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn in den Tagen nach dem Stich grippeartige Beschwerden oder Kopfweh auftreten», rät Norbert Satz.

Gegen die Lyme Borreliose kann man sich nicht impfen, gegen das FSME-Virus aber schon. Und dafür ist es noch nicht zu spät. Zwar sind für den Langzeitschutz drei Impfungen nötig. «Aber bereits mit zwei Gaben erreicht man innert vier Wochen einen Schutz für ein Jahr», sagt Satz.

Die Schweizer Zecken-Karte
Vorkommen von Zecken, die FSME übertragen können

Autor: Daniel Schifferle