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24. März 2014

Ab welchem Alter ist die Nutzung digitaler Medien sinnvoll?

Heute wächst die Generation iKnirps heran. Doch wann sollen Kinder sinnvoller mit der Nutzung von Handy, Tablets und Compi beginnen? Wichtiger als der Zeitpunkt ist die Betreuung.

Kind sitzt dem Vater auf dem Schoss, gemeinsam nutzen sie ein Tablet
Sinnvoll: das Internet Schritt für Schritt gemeinsam entdecken. (Bild: iStockphoto)

Viele Nachbarskinder und Schulgschpänli haben bereits elektronische Telekommunikationsgeräte. Das kann verunsichern, denn Eltern wissen, dass Handy und Tablet schädlich sein können, wenn sie zu früh in den Kinderalltag einziehen.

Kindersicher am Computer
Kindersicher am Computer (Bild: Getty Images)

KINDERSICHER AM COMPUTER
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Klar ist: Handys sind auch für Kinder nützlich. «Wenn Eltern ihrem Schulkind aus einem Sicherheitsgedanken oder aus organisatorischen Gründen ein Handy mitgeben, ist nichts dagegen einzuwenden. So kann das Kind anrufen, wenn das Fussballtraining früher endet», sagt Nadia Garcia (53), Geschäftsführerin des Vereins elternet.ch. Wann ein Kind für ein Handy bereit ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eltern sollten sich auf ihr Bauchgefühl verlassen und offen mit ihrem Kind sprechen. So merken sie bald, ob ihr Kind reif ist für ein eigenes Handy. Und sollte es so weit sein, können Eltern ein Handy-Abo speziell für Kinder abschliessen, bei dem sie unter anderem das Guthaben bestimmen oder einzelne Programme sperren können.

Nur für Games und Videos bringen die Geräte nicht viel

Auch der Zeitpunkt, wann ein Kind für einen Computer oder ein Tablet bereit ist, ist individuell. Nadia Garcia schlägt vor: «Der Computer sollte nicht zu früh ein Thema sein, sondern dann, wenn er für das Kind auch eine Bereicherung darstellt.»

Das Ziel ist also, dass sich Kinder sinnvoll am Computer beschäftigen und nicht nur Games spielen oder Videos anschauen. Die Expertin legt Eltern ans Herz, «ihr Kind sorgfältig, Schritt für Schritt, in die Computerwelt einzuführen und es gerade am Anfang im Internet zu begleiten». So könnten Eltern zum Beispiel gemeinsam mit dem Kind im Internet für einen Vortrag recherchieren. Hierbei helfen Suchmaschinen für Kinder wie www.blinde-kuh.ch.

Dem Kind das Surfen im Internet zu erlauben, es aber ständig dabei zu kontrollieren, davon rät Nadia Garcia ab. «Viel wichtiger ist, dass Eltern Interesse zeigen, die Gefahren des Internets erklären und mit ihrem Kind im Gespräch bleiben», sagt sie. So ist es gut, wenn Eltern und Kinder gemeinsam Regeln abmachen: Das Kind darf nur bestimmte Internetsites anklicken, die Eltern lesen im Gegenzug die E-Mails des Kinds nicht. Die Expertin rät, die Computerregeln immer wieder anzupassen. Zudem besteht die Möglichkeit, das Internet gerade für jüngere Kinder mit Schutzfiltern zu beschränken. Eine zu intensive Nutzung von Handys und Computern kann bei Kindern zu gesundheitlichen Problemen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder motorischer Unruhe führen. Die Elternbildung Schweiz empfiehlt, dass sich Erst- oder Zweitklässler etwa 30 Minuten, ältere Primarschulkinder circa eine Stunde pro Tag am Computer beschäftigen. Je älter die Kinder sind, umso länger dürfen sie an den Computer – anfangs noch gemeinsam mit den Eltern, später auch allein.

Autor: Priska Plump