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23. Januar 2015

A propos re- und upcyclen...

Der Artikel "Frühlingsboten" von der Wühlmaus erinnerte mich daran, dass ich im letzten Sommer noch ein paar Fotos gemacht hatte, die ich Euch unbedingt mal zeigen wollte.

Hauswurz wohin man schaut!
Hauswurz wohin man schaut!
Lesezeit 2 Minuten

Im letzten September wurde ich beruflich zu einem Seniorenausflug verknurrt. Nix gegen Senioren, bzw. Ausflug, aber beides zusammen kombiniert …na ja, wie dem auch sei!

Das absolute Highlight war jedenfalls die Dekoration im Restaurant, wo wir uns nach der langen Carfahrt die Beine im schönen Garten etwas vertreten und den Magen füllen konnten: Auf jedem Fenstersims und überall, wo’s etwas Platz hatte, waren alte Hausratsgegenstände mit Hauswurz oder sonstigen Pflänzchen vereint in Szene gesetzt! „Shabby chic“ an und für sich finde ich eher kitschig, aber mit den bodenständigen Pflanzen und dem ganzen Drum und Dran war dieser Stil eine Entdeckungsreise par excellence! Staunend gingen wir herum und hörten schmunzelnd den Kommentaren unserer Klientel zu: „Lueg emol, sone Suppeschüssle han i doch vo minere Tante übercho.“ „Jo, e sone Kafichanne het mini Mueter au emol gha“…

Das war Inspiration pur! Nachdem unsere Senioren wohlbehalten an ihren Wohnort zurück gebracht worden waren, fuhr ich mit meiner Kollegin an einem alten Bauernhof vorbei. „Zu verkaufen“ stand da bei einem Wägeli mit altem Geschirr. „Hey, sones Rahmbecki het mini Tante mol gha!“ Sie riss einen Stopp und ich mir das Milchgeschirr unter den Nagel!

Jetzt ist es mit Hauswurz bepflanzt! Bin mir noch nicht sicher, ob es sich bewährt, das sehen wir dann, wenn’s Frühling wird.

Ebenfalls noch ohne repräsentatives Ergebnis ist der Sauerkrauttopf, den ich vom Hof meines Cousins geerbt habe. Sozusagen als Supplement zu den Leitern (die unterm Balkon auf irgendeine Er(z)weckung warten). Jedenfalls hat Martha mich plötzlich angerufen und gefragt, ob ich Interesse am „Chabishafe“ hätte. Der sei noch im Keller zuhinterst stehen geblieben. Ihr Vater habe noch ein paar Mal „Suurchabis“ drin angesetzt, aber heute, wo man alles im Beutel kaufen könne, brauche man sowas halt nicht mehr. Im Topf drin waren auch noch das „Pressholz“ und ein sehr schwerer Pflasterstein. Die Holzplatte passte genau in das Rund des Topfes und diente mit dem Stein zum Pressen des Krautes. Ich staunte nur noch, hatte keine Ahnung, wie man das Sauerkraut vor der Erfindung des Beutels zubereitet hatte!

Jetzt steht der Topf vor unserm Haus. Ich habe zwei Hibiskus-Ableger rein gepflanzt und hoffe, dass sie gut gedeihen.
Werde Euch je nach Gelegenheit auf dem Laufenden halten!