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27. Mai 2013

30 Jahre am Tresen

Seit über 30 Jahren am Zapfhahn. Migrosmagazin.ch hat drei legendäre Beizen aufgespürt, die es seit einer gefühlten Ewigkeit gibt. Arbeiten Sie auch schon seit der Lehre oder mehreren Jahrzehnten für dieselbe Firma? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte.

Restaurant der goldene Anker in Interlaken
Restaurant der goldene Anker in Interlaken. (Bild Anker.ch)

Es war lange Jahre die Stammbeiz der Mundartrocker Hanery Ammann und Polo Hofer. Sie gaben dort zahlreiche Konzerte und zeichneten ein gemeinsames Album auf. Es heisst «Live im Anker» und trägt damit sogar den Lokalnamen im Titel. «Der goldene Anker» in Interlaken ist Teil der Schweizer Musikgeschichte und wird seit 34 Jahren vom Ehepaar Jeannette und René Sutter-Ammann geführt. «Niemals hätte ich gedacht, so lange am Ruder zu bleiben», sagte René Sutter zum dreissigjährigen Jubiläum dem Regionalblatt «Jungfrau Zeitung», und ist auch heute noch nicht müde, fast täglich hinter der Bar zu stehen.

In einem Jahr ist Schluss: Rita und Werner Schlegel im Restaurant Seeblick. (Bild: Seeblickhallwilersee.ch)

Nur noch knapp ein Jahr dürfen Rita und Werner Schlegel den «Seeblick» in Boniswil am Hallwilersee leiten, in welchem sie seit über 30 Jahren Gastgeber sind. Trotz der touristisch attraktiven Lage musste das Ehepaar schweren Herzens entscheiden, das Restaurant zu schliessen.
Das in den 70er-Jahren erbaute Gebäude hätte totalsaniert werden müssen, bevor es das Wirtepaar an die nächste Generation hätten weitergeben können. Sie waren nicht in der Lage, die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen und müssen deshalb schweren Herzens den Betrieb an Ostern 2014 einstellen.

Restaurant Alpenrösli in Wallikon
Restaurant Alpenrösli in Wallikon. (Bild: rest-alpenroesli.ch)

Seit drei Jahren sucht Susi Horat einen Käufer für ihre Beiz, das Alpenrösli in Wallikon bei Pfäffikon ZH.
Da sich aber niemand findet, macht sie einfach weiter. Wie jeden Tag seit mittlerweile 30 Jahren. Spezialität ist passend zur ländlichen Gegend zwischen dem Pfäffikersee und dem Tösstal die Volksmusik. Seit einem Vierteljahrundert organisiert Horat einmal pro Woche eine 'Stubete', bei der die Gäste oft die eigenen Instrumente mitbringen und sich spontan ans Klavier setzen oder die Handorgel in die Finger nehmen, schreibt die Regionalzeitung «Zürcher Oberländer».

Gesucht: Alte Hasen

Langjährige Mitarbeiter sind in vielen Firmen zur Seltenheit geworden. Während früher oft von der Lehre bis in den Ruhestand im gleichen Unternehmen gearbeitet wurde, gelten heute schnelle Jobwechsel als chic.
Gibt es die alten Hasen noch? Kennen Sie jemanden oder arbeiten Sie selbst seit mehr als 30 Jahren im gleichen Betrieb?
Erzählen Sie uns ihre Geschichte – entweder als Kommentar unten oder per E-Mail an onlineredaktion@migrosmagazin.ch (die Redaktion publiziert die Mails innert weniger Stunden).

Autor: Reto Vogt