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16. Dezember 2013

1001 Nacht vor den Toren von Marrakesch

Dem Winter ein Schnippchen schlagen: Edelweiss Air fliegt bis Ende April 2014 dienstags und samstags in 3,5 Stunden Zürich–Marrakesch (ab 350 Franken) – ideal für ein Wochenende. Besonders schön übernachten lässt es sich im «Amanjena».

Marrakech ist immer eine Reise wert.
Marrakech ist immer eine Reise wert.

■  Hauptattraktion Marrakeschs ist die Medina. Sie gehört zu den faszinierendsten Altstädten der Welt. In den letzten Jahren ist in der roten Stadt die Zahl der Unterkünfte von 50 auf 800 angestiegen. Tipp: «Riad Enija» (von Schweizern geführt, 1600 Quadratmeter grosse Dachterrasse, befindet sich drei Fussminuten vom Jemaa El Fna). Diesen mittelalterlichen Marktplatz sollte man sich sowohl tagsüber als auch abends anschauen. Er ist voller Verkäufer, Schlangenbeschwörer und Pferdekutschen, die viel zu schnell an den Passanten vorbeifahren. Beste Aussicht auf den Jemaa El Fna: vom Café de France.

■  Unbedingt Marrakeschs moderner Stadtteil Guéliz besuchen. Hier tut sich eine andere Welt mit modernen Geschäften (für Schuhe: Atika, rue de la Liberté 34) und Menschen auf. Hanane ist eine von nur zwei Taxichauffeusen in der ganzen Stadt. Sie ist jung, zuverlässig und herzlich, Tel. 0626 35 81 10.

■  Das schönste Hotel Marokkos heisst seit dem Jahr 2000 «Amanjena», was übersetzt friedliches Paradies bedeutet. Der Name ist Programm: Das «Amanjena», das zu den weltbesten Aman Resorts gehört, hat 38 Pavillons und Maisons, Tennisplätze, einen Golfplatz, Spa und einen Swimmingpool und befindet sich 15 Taximinuten von der Medina entfernt – ein Traum wie aus 1001 Nacht. Ein neun Meter hoher Säulengang mit Keramikmosaikfliesen führt zum Herzen des Resorts: dem grossen Bassin, dessen Architektur vom antiken Regenwasserbecken in Marrakeschs berühmten Mengara-Gärten inspiriert ist. Links und rechts des Bassins erstrecken sich in symmetrischer Architektur die Pavillons und Maisons. Jeder Pavillon ist von einer domartigen Kuppeldecke gekrönt. Darunter befinden sich ein Schlafzimmer mit Kingsize-Betten sowie der Wohnbereich. Jeder Pavillon ist klimatisiert und verfügt über einen Innenhof mit Garten und Blick auf den Golfplatz oder Olivenbäume. Durch hohe Hecken ist Privatsphäre gewährt. Speziell: Auf Wunsch werden dem Gast die Schuhe kostenlos gereinigt. Für eine Übernachtung im Amanjena-Pavillon muss man allerdings mit mindestens 800 Euro rechnen (inklusive Frühstück, exklusive Taxen).

Zu den Stärken der Anlage gehören das mediterrane-marokkanische sowie das thailändische Restaurant mit zwei Köchen aus Bangkok. Die Qualität des Essens und der Preise überzeugt: Ein Lamm-Tajine mit Safran und saisonalem Gemüse kostet 280 Dirham, was gut 30 Franken entspricht, Couscous royal kostet 300 Dirham. Für das Thai-Degustationsmenü für zwei Personen werden 1300 Dirham verlangt. Wer sich also die Übernachtung nicht leisten kann, geht einfach nur zum Essen ins «Amanjena» und träumt. Auf Anmeldung kann man auch im Berberzelt dinieren. Tipp: Die marokkanischen Weine haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Es lohnt sich deshalb, auch mal einen lokalen Tropfen zu kredenzen. Besonders gemundet hat der Le Val d’Argan, eine Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre.

■ Wenige Fahrminuten vom «Amanjena» entfernt, befindet sich das Musée de la Palmarie. Es begeistert durch moderne Kunstwerke und noch viel mehr durch verschiedene Gärten wie in Andalusien oder mit Kakteen. Gründer ist Abderrazzak Benchaâbane. Auf Anfrage ( abderrazzak@benchaabane.com ) führt er als ehemaliger Mitarbeiter des Modeunternehmens Yves Saint Laurent Kleingruppen in die Welt der Düfte ein. Unter Anleitung des Parfümeurs kann man sich selbst ein Parfüm kreieren.
Ein Halbtages- oder Tagesausflug führt ins Atlasgebirge. Auf Anfrage organisiert das «Amanjena» für seine Gäste eine Fahrt in die landschaftlich reizvolle Region L’Arbâa Tighdouine. In dieser ländlichen, von Bauern geprägten Umgebung Richtung Ouarzazate sieht man das authentische Marokko. Höhepunkt ist ein Mittagessen in einem typischen marokkanischen Haus, das einen schönen Ausblick bietet auf die braune Erde, die grünen Felder und den meist blauen Himmel. Welch ein Kontrast zum hektischen Treiben in Marrakeschs Medina!

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild