02. April 2018

6 Tipps fürs richtige Busfahren

Ich störe mich am unfairen Verhalten einiger ÖV-Nutzer. Darum habe ich ein paar Tipps gesammelt, damit Busfahren wieder funktioniert und alle happy sind.

Bus von Innen
Wenn sich alle an die Regeln halten, wird die Busfahrt richtig angenehm. Bild: Ant Rozetsky via unsplash.com
Lesezeit 4 Minuten

Ich habe kein Auto, und brauche auch keines. Jedenfalls nicht im Alltag, denn ich wohne in der Stadt, nutze also vorwiegend ÖV oder das Velo um von A nach B zu kommen. In den letzten Monaten (merci Winter) war es vermehrt der ÖV, der mich morgens ins Büro brachte. Und wieder mal musste ich feststellen, dass es wohl keinen asozialeren Ort gibt als Busse, Trams und S-Bahnen.

Ihre Türen werden zu Schutzschilder für Manieren, Werte und Anstand. Wer einsteigen will, lässt diese draussen. Das nervt mich vor allem morgens, aber es nervt mich auch nach einem anstrengenden Tag und an einem entspannten Samstagmorgen. Darum, liebe ÖV-Teilnehmer, habe ich hier für euch eine Anleitung zum Busfahren geschrieben. Ich bin überzeugt, dass damit die Welt eine bessere wird und wir alle ein wenig glücklicher werden. Probiert's aus!

1. Sitzplätze sind zum Sitzen da

Und ja, wenn du morgens um 5.23 von Oberfrutigen nach Hintertäsch unterwegs bist, der Bus eigentlich leer, dann darfst du dich setzen, wohin du willst. Weil dann sehr wahrscheinlich nie mehr Leute als Sitze im Bus sein werden. Ansonsten bitte so:

  • Bist du allein, dann setz dich doch bitte in ein zweier-Abteil. Du brauchst echt nicht vier Plätze für dich allein!
  • Ans Fenster sitzen, auch wenn du dann dein Füdli halt nochmals etwas mehr rüberschieben und deine Tasche auf dem Schoss abstellen musst. Denn es kann nicht sein, dass du am Gang sitzt, neben dir ein freier Sitz, aber zehn Menschen im Gang eingepfercht, auf der Suche nach einem Platz. P.S. Den Fenstersitz meiden weil er angeblich dreckig sei, und damit den steinharten, uralten Fleck zu meinen, zählt nicht als Ausrede. Mikroskopisch gesehen, sollte man sich ja eh nicht setzen, wenn man bakteriellen Befall seiner Jeans verhindern will.

2. Rein und Raus

Irgendwann ist das Boot - äh, der Bus - voll. Darum: Wer einsteigen will, lässt zuerst aussteigen. Eigentlich logisch. Der Bus wird euch nicht vor der Nase wegfahren. Drängeln bringt also nichts. Die Japaner machen's da um einiges besser: Sie warten aufgereiht in einer Linie, bis alle ausgestiegen sind, danach steigt einer nach dem anderen ein. Ohne Drängeln und ohne böse Blicke.

3. Abfall

Klar, manchmal bleibt keine Zeit, um in einem Restaurant zu essen. Wenn es schnell gehen muss, wird der Dürüm halt im ÖV verdrückt. Das mag in Ausnahmefällen okay sein, wobei gerade der Dürüm sehr fest riecht - was vielleicht einige Mitfahrer stören könnte. Aber was noch viel ärgerlicher ist: Wenn der Abfall dann im Bus liegen bleibt. Es hat dort drin nämlich aus gutem Grund keine Abfalleimer, hingegen an eigentlich jeder Haltestelle. Bitte nehmt also eure halbvollen Bierdosen, Dürüm-Papierli oder Sagex-Boxen wieder mit nach draussen und werft sie dort weg. Ihr entlastet damit die Reinigungscrew und erleichtert den ÖV-Nutzern die Fahrt, weil es nicht so stinkt und auch keine umherrollenden Dosen undefinierbare Flüssigkeiten über die Schuhe leeren.

4. Busfahrer

Euer Job ist hart. Das weiss ich. Und ich bewundere euch, für das was ihr tut. Aber wenn ich euch doch auch einen klitzekleinen Tipp geben darf:
Ich bin mir bewusst, welchen Stress ihr habt und wie wichtig es für euch ist, den Fahrplan einzuhalten. Wenn aber der Bus an meiner Station um 08.39 fahren sollte, ich um 08.37 zur Station hechte und nur noch die Rücklichter des Busses sehe, ist das nicht okay. Schon klar, zu viel Verspätung will niemand. Aber 1-2 Minuten später, daran ist noch niemand verzweifelt. Dass ihr aber neuerdings zu früh losfahrt, hilft nun wirklich niemandem. Wozu gibt es denn einen Fahrplan?
Gratis-Tipp: Niemand mag Verkehrs-Rowdys. Auch nicht als Busfahrer. Abrupte Bremsmanöver und halsbrecherische Beschleunigungen sind für die Fahrgäste nicht soooo mega angenehm.

5. Kinderwagen

Auf die Gefahr hin, jetzt von der Hälfe der Bevölkerung gehasst zu werden: Liebe Eltern mit Kleinkindern. Ich mag euch, und ich finde es toll und wichtig, dass ihr mit euren Kids an die frische Luft geht. Und selbstverständlich dürft ihr auch jeden Bus und jedes Tram gebrauchen. Aber: Auch für euch gelten obige Regeln. Auch ihr solltet zuerst aussteigen lassen und nicht bereits in Panik verfallen, ob der Angst, es nicht rechtzeitig in den Bus zu schaffen. Womöglich würde euch ein Aussteigender sogar beim Einsteigen helfen, würdet ihr nicht so verbissen den Kinderwagen in sein Knie rammen.

6. Und dann noch was für alle

Wenn ihr weder Stress habt noch 15cm-Absätze tragt, die Sonne scheint und der Bus überfüllt ist, wie wär's dann mit einem Spaziergang an die übernächste Station? So bleibt euch das Busgequetsche erspart und ihr haltet euch zusätzlich fit!

In diesem Sinne: Happy Ride!

Benutzer-Kommentare

Verwandte Artikel

Hund

Die Qual der Fitnesswahl

Informationen zum Author

Bänz Friedli (Bild: Vera Hartmann)

Immer diese Touristen

Mund und Zeigefinger

Zu viel Information

Informationen zum Author

Kolumnist Bänz Friedli (Bild: Vera Hartmann)

Der Wal im See