28. Juni 2019

Alles im grünen Bereich

Ob Reparaturarbeiten oder Rasenmähen: Olivier Barthès zieht die Fäden, wenn es um Pflege und Unterhalt des Parc Pré Vert Signal de Bougy geht. Ein Blick hinter die Kulissen des Familienparks im Waadtland.

Olivier Barthès
Auch der Spielplatz braucht regelmässig die Aufmerksamkeit von Olivier Barthès.
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Der Tag beginnt früh für Olivier Barthès. Bereits um sieben Uhr steht er mit seinem Team im Parc Pré Vert du Signal de Bougy bereit. Zu Beginn der Woche gibt es immer sehr viel zu tun, weil man den Park wieder in Schuss bringen muss: 120 Mülleimer leeren, vier Toiletten putzen, über die Terrassen und Picknickplätze verstreuten Papierchen aufsammeln. «Wenn am Wochenende schönes Wetter ist und sehr viele Menschen den Park besuchen, dann brauchen wir danach einen ganzen Vormittag zum Aufräumen», sagt Olivier Barthès.

Der gelernte Landschaftsgärtner mit den stahlblauen Augen und Blumentattoo auf dem linken Arm ist innerhalb von zehn Jahren zum Verantwortlichen für Pflege und Unterhalt des gesamten Parkgeländes aufgestiegen: 110 Hektar Fläche, von denen 30 für die Öffentlichkeit zugänglich sind. «Ich muss alles im Auge behalten und habe zum Glück sechs passionierte und vielseitige Kollegen an meiner Seite. Wir haben wirklich ein hervorragendes Arbeitsumfeld mit direktem Blick auf den Genfersee bis hin zum Mont Blanc. Dieser Ort erfüllt uns sehr.»

Arbeitsplatz mit tollem Blick
Arbeitsplatz mit tollem Blick.

Der Unterhalt des Parks auf dem Signal de Bougy ist eine gewaltige Aufgabe: Die Spielplätze müssen instand gehalten werden, was unter anderem heisst, einmal im Monat alle Schrauben der Holzspielgeräte zu kontrollieren; die Eichen müssen auf Prozessionsspinnerraupen untersucht werden; die kilometerlangen Hecken müssen regelmässig geschnitten werden. Des Weiteren gilt es, die Aussenmöbel neu zu streichen, die Pflanzen zu giessen, Unkraut zu jäten, das Gestrüpp zu entfernen, den Rasen zu mähen. «Die Herausforderung besteht darin, den richtigen Zeitpunkt für den Einsatz des grossen Rasenmähers zu erwischen. Das Wetter muss passen, gleichzeitig sollen die Besucher nicht gestört werden.»

Der Park setzt auf Ökologie und Recyling

Nicht zuletzt gibt es einen riesigen Tierpark, der das ganze Jahr über geöffnet ist und täglich gepflegt werden muss. Jedes Jahr fressen das Ziergeflügel, die Kaninchen, die Ouessantschafe, die Damwildherde und die Bauernhofschweine 15 Tonnen Futter. «Wir haben auch zwei Schildkröten aufgenommen, die bei uns abgegeben wurden. Jede Woche erhalten wir Anrufe von Leuten, die uns ihre Tiere vorbeibringen wollen, aber wir können nicht alle aufnehmen …»

Die tägliche Fütterung der Ouessantschafe
Die tägliche Fütterung der Ouessantschafe.

Der Park setzt mit den Bienenstöcken, dem Insektenhotel und dem Kompost voll und ganz auf Ökologie und Recycling: Der tote Stamm eines alten Apfelbaums wird zu einem Klettergerüst für die Tibetziegen trockenes, zerkleinertes Holz dient als Mulch für die Beete, und die Stauden werden immer wieder durch Stecklinge vermehrt, damit die Besucher beim Essen den wunderschönen Ausblick auf Flammenblumen und Akeleien geniessen können. «Wir verwenden so wenig Chemikalien wie möglich. Seit wir die Pflanzen nicht mehr präventiv behandeln, haben wir noch mehr Marienkäfer und Vögel. Man kann die Natur förmlich singen hören.» 

Neben den administrativen Pflichten findet Olivier Barthès noch die Zeit, die «Nuggi-Fee» zu spielen und die an den dafür vorgesehenen Sträuchern befestigten Schnuller einzusammeln. Zur Entspannung meditiert er manchmal am Abend im «Jardin de Madame» inmitten der allegorischen Bronzeskulpturen der Künstlerin Malbine. 

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