06. Dezember 2018

Acht Wintermythen im Faktencheck

Führt Kälte tatsächlich zu Erkältungen, und kann Glühwein unseren Körper wärmen? Welche Mythen zum Thema Gesundheit im Winter sind wahr und welche gehören ins Märchenreich? Wir haben die Antworten.

Mann mit Mütze über dem Kopf (Bild: iStockphoto)

Wir verlieren über den Kopf Wärme, deshalb brauchen wir im Winter eine Mütze.

Falsch: Der Mythos stammt aus den 1970ern und wurde längst widerlegt – am meisten Wärme verlieren wir über andere Körperteile und nicht über den Kopf. An exponierten Körperteilen wie Füssen, Händen, Ohren und Nase frieren wir zuerst. Deshalb macht das Tragen von Schal und Mütze im Winter trotzdem Sinn. Genauso sinnvoll achtet man darauf, neben dem Mantel warme Schuhe und Handschuhe anzuziehen, um sich vor der Kälte zu schützen.

Händewaschen (Bild: iStockphoto)

Händewaschen schützt vor Ansteckung.

Richtig: Hände zu waschen ist das A und O – und eine der wirkungsvollsten Massnahmen, um sich vor Grippe oder Erkältungen zu schützen. Über 80 Prozent aller Krankheiten werden über die Hände übertragen. Gründliches und regelmässiges Händewaschen verringert das Risiko, dass Viren und Bakterien mit dem Essen in den Mund oder über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen. Und so gehts: die Hände 30 Sekunden lang mit warmem Wasser und Seife reinigen.

Glühwein (Bild: iStockphoto)

Glühwein wärmt.

Falsch: Im Freien zusammen mit Freunden einen Glühwein zu geniessen, ist zwar gemütlich. Aber aufwärmen kann er uns nicht. Der Alkohol im Glühwein weitet die Gefässe in unserem Körper. Dadurch werden Hände und Gesicht stärker durchblutet. Zwar haben wir so vorübergehend das Gefühl, dass uns der Glühwein wärmt, doch steigt die Körpertemperatur nicht an. Im Gegenteil: Der Alkohol kühlt den Körper. Normalerweise verengen sich die Gefässe, wenn wir kalt haben. So können wir die Wärme besser im Körper halten. Alkohol im Glühwein stoppt diese Form der Regulation. Unser Organismus kann die Körpertemperatur nicht mehr ausgleichen und kühlt im schlimmsten Fall aus.

Trockene Heizungsluft macht krank.

Richtig: Trockene Heizungsluft begünstigt Erkältungen, da sie der Nasenschleimhaut Feuchtigkeit entzieht und sie austrocknet. Die feinen Flimmerhärchen im Naseninnern verkleben, sodass ihre Reinigungs- und Schutzfunktion gehemmt wird. Das ermöglicht Erkältungs- und Grippeviren, sich einzunisten und sich über den Nasen-Rachen-Raum zu verbreiten. Den gleichen Effekt haben im Sommer auch Klimaanlagen. Weil sie die Luft austrocknen, begünstigen sie die Vermehrung von Viren in der Schleimhaut.

Frau am Naseputzen (Bild: iStockphoto)

Kälte führt zu Erkältungen.

Falsch: Zwar haben Erkältungen im Winter Hochsaison. Sie werden jedoch nicht durch Kälte oder Zugluft ausgelöst, sondern durch Krankheitserreger. Manchmal sind es Bakterien, aber zu 95 Prozent Viren, von denen es Hunderte gibt. Ein klassischer Schnupfen, also ein grippaler Infekt, wird in 40 Prozent aller Fälle von Rhinoviren ausgelöst. Das heisst jedoch nicht, dass eine Erkältung nie mit Kälte zu tun hat. Wissenschaftler sagen, dass rund 20 Prozent der Menschen immer Erkältungsviren mit sich herumtragen. Haben wir warm, kann sich unser Körper gut gegen diese Viren wehren. Kühlt er hingegen ab, wird er weniger gut durchblutet, weil er sich so vor dem Auskühlen zu schützen versucht. Dadurch reduzieren sich die Abwehrzellen in den Schleimhäuten, und die Erkältungsviren können sich leichter vermehren.

Fitnessstudio (Bild: iStockphoto)

Bewegung im Fitnessstudio hilft, Erkältungen vorzubeugen.

Richtig, zumindest zum Teil: Bewegung hilft, das Immunsystem zu stärken und damit Erkältungen vorzubeugen. Allerdings gilt das bereits für alle entspannten Trainingsformen, wie zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren oder sanftes Joggen. Auch wer tanzt oder im Fitnessstudio trainiert, bewegt sich. Wer ins Studio geht, sollte sich aber bewusst sein, dass es an Orten mit vielen Menschen auch viele Viren gibt. Deshalb gilt es auch hier auf die Hygiene zu achten und sich gründlich die Hände zu waschen.

Spazieren vertreibt die Winterdepression.

Richtig: Tägliche Spaziergänge im Freien helfen, dass wir uns besser fühlen. Der Winterblues wird auch durch einen Mangel an Vitamin D ausgelöst. Hauptquelle für das Vitamin D ist die Sonne. Sie hilft dem Körper, den Stoff zu produzieren. Da wir uns im Winter sehr oft in geschlossenen Räumen aufhalten, kann es zu einem Vitamin-D­Mangel kommen. Dieser äussert sich meist in Müdigkeit, Lust- und Antriebslosigkeit. Wir können uns schlechter konzentrieren, reagieren gereizt und empfinden den Alltag als Belastung. Täglich eine Stunde spazieren – auch bei bedecktem Himmel – kann dem bereits etwas entgegenwirken.

Peperoni (Bild: iStockphoto)

Vitamin C schützt vor Grippe.

Falsch: Eine vorbeugende Einnahme von Vitamin C kann nicht verhindern, dass wir an einer Erkältung oder der Grippe erkranken. Ihre Wirkung ist nicht erwiesen. Auch die Krankheitsdauer lässt sich laut Studien kaum beeinflussen, sie verkürzt sich nur minim. Dasselbe gilt, wenn jemand zum Auskurieren Vitamin C einnimmt. Trotzdem ist Vitamin C für unseren Körper wichtig, da dieser es für viele Prozesse benötigt.

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