26. September 2018

Acht Reise-Erkenntnisse von der Schwarzmeerküste

Andrea Freiermuth radelt mit dem E-Bike von der Schweiz nach China. Über die Seidenstrasse will sie das Reich der Mitte bis Ende Jahr erreichen. Gestartet ist sie im Juli in Zürich. Zurzeit bloggt sie von der türkischen Schwarzmeerküste.

türkische Schwarzmeerküste
Einer von vielen pittoresken Ausblicken entlang der türkischen Schwarzmeerküste. (Bild: Andrea Freiermuth)

1000 Kilometer, 24 Tage und acht Erkenntnisse von meiner E-Bike-Tour entlang der türkischen Schwarzmeerküste.

1. Die Küste vom Schwarzen Meer ist alles andere als flach.
Es gibt Strecken, auf denen auf 100 Kilometer mehr als 2500 Höhenmeter zu bewältigen sind.

2. Das schönste Stück der türkischen Schwarzmeerküste ist die rund 400 Kilometer lange Strecke zwischen Zonguldak und Sinop.
Es geht da zwar ständig rauf und runter, aber dafür sind die Ausblicke fantastisch und die Strasse meist sehr ruhig.

3. Auch Autobahn kann sicher sein.
Am Schwarzen Meer fährt man bis auf das Teilstück zwischen Zonguldak und Sinop meist auf einer zweispurigen Schnellstrasse mit breitem Pannenstreifen. Oft gibt es da aber so wenig Verkehr, dass die meisten Autos mit viel Abstand auf der äussersten Spur überholen.

Andrea Freiermuth mit Sportstudent auf E-Bike
Der Sportstudent, der uns hier für ein paar Kilometer begleitet, meidet die Strassen im Hinterland, weil sie eng, kurvenreich und damit unübersichtlich sind. (Bild: Martin Bichsel)

4. Das Schwarze Meer befährt man am besten im Uhrzeigersinn.
Dann nämlich ist man stets so nah wie möglich am Wasser und hat den besten Ausblick vom Fahrrad.

5. Die türkische Schwarzmeerküste geht auf für Soloradlerinnen.
Natürlich kann immer etwas passieren, aber nach meinen Erfahrungen ist das Risiko eines Übergriffs hier nicht grösser als etwa in Mitteleuropa. Auf meiner fünftägigen Solotour durfte ich wundervolle Menschen kennenlernen.

6. Ans Schwarze Meer kommt man auch ohne Flugzeug.
Mein Reisepartner Martin Bichsel ist mit dem Zug nach Istanbul gefahren und reist mit der Fähre ab Batumi via Odessa und weiter mit dem Zug zurück in die Schweiz.

Martin Bichsel am Bahnhof Budapest
Selbstportrait mit Transbag: Fotograf Martin Bichsel auf seiner Anreise am Bahnhof Budapest. (Bild: Martin Bichsel)

7. Am Schwarzen Meer ist man als europäischer Tourist ein Exot.
Viele Küstenstädte setzen auf Tourismus und bieten eine entsprechende Infrastruktur. Die meisten Besucher stammen jedoch auf dem Inland oder dem arabischen Raum.

Andrea Freiermuth mit einheimischem Mädchen
Selfie mit Touristin: Wie so viele andere auch hat mich dieses Mädchen um ein Foto gebeten. (Bild: Andrea Freiermuth)

8. Wer einmal im türkischen Teil des Schwarzen Meers war, wird vor Scham im Boden versinken, wenn er zu Hause jemanden hört, der über Türken lästert.
Hier leben die gastfreundlichsten und liebeswürdigsten Menschen, die ich bisher kennengelernt habe.

Dieser Blogpost von Andrea Freiermuth erschien zuerst auf Shebikerider.ch

Illustration: Andrea Freiermuth radelt nach China
Andrea Freiermuths E-Bike-Tour führt sie über die historische Seidenstrasse nach Peking.
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