26. Juli 2017

Abwesenheitsmeldung

Brave New Girl zeigt der Leistungsgesellschaft den Mittelfinger.

Digital Detox
Buch statt Handy: Das Digital Detox zeigt Folgen! (Bild: Pixabay.com)

Erinnerst du dich an den Pakt, der vergangene Woche Thema meiner Kolumne war? Mit zwei Freundinnen habe ich vereinbart, dass wir uns sieben Tage lang einer sanften Bildschirm-Entgiftungskur unterziehen: Nach 22 Uhr gibt es keine sozialen Medien mehr, und das Handy ist aus dem Schlafzimmer verbannt.

Wir haben uns davon mehr sinnvolle Zeitnutzung erhofft. Mehr Bücher am Abend. Schönere Starts in den Tag als ein blinkender Handybildschirm mit Terror-Eilmeldungen. Weniger Vergleiche mit den perfekten Instagram-Leben.

Eins vorweg: Natürlich habe ich geflunkert und war dann eines Tages doch mal noch bis Mitternacht auf Facebook unterwegs. Aber ansonsten hab ich mich an unsere Regeln gehalten. Nicht weil ich besonders selbstdiszipliniert bin, sondern weil es unglaublich geil war.

Ich «durfte» nachts keine E-Mails mehr beantworten, keine Facebook-Streitgespräche mehr führen, keine wirren Schlagzeilen mehr lesen. Die Welt da draussen hätte untergehen können, und ich hätte nichts davon mitgekriegt. Wie entspannt ist das denn?

Anything goes? Nicht mehr nach 22 Uhr! Digitale Abstinenz fühlt sich an, als wäre ich ein wandelnder Mittelfinger gegen die Leistungsgesellschaft. Sich in einer vernetzten Welt aus dem Netz freizuweben, hat etwas Revolutionäres, und ich empfehle dir herzlich, es mir gleichzutun.

Du kannst mir ja dann eine Brieftaube schicken mit den Schilderungen darüber, wie es so war. 

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