19. September 2019

Abenteuer in Albanien

Bis Anfang der 1990er-Jahre war das einst streng kommunistische Balkanland total isoliert. Und obwohl sich an der herrlichen Küste der Tourismus mittlerweile etabliert hat, gibts noch immer fast Unberührtes zu entdecken.

Bucht Hotel Helia
Ein bisschen wie in der Karibik: Malerische Bucht beim Hotel Helia zwischen Vlorë und Orkum.

Massentourismus und Einsamkeit

«Fanta! Cola! Birra! Red Bull!», schallt es von den zahlreichen Händlern rüber, die am langgezogenen Strand in der Bucht südlich von Durrës auf und ab patrouillieren. Die dichten Sonnenschirmwälder vor den grossen Hotels erinnern an andere Mittelmeerdestinationen und zeugen von den vielen zivilisatorischen Annehmlichkeiten einer gut etablierten Tourismusindustrie.

Sonnenschirmwälder am Strand von Durrës.
Sonnenschirmwälder am Strand von Durrës.

Doch es gibt noch immer abgelegene Buchten und unberührte Naturstrände an der 362 Kilometer langen Küste Albaniens – insbesondere am Ionischen Meer zwischen Dhërmi und Ksamil. Solche Perlen auf eigene Faust von der gebirgigen, kurvenreichen Küstenstrasse aus zu entdecken, ist allerdings schwierig: Oft liegt die Strecke zu hoch über dem Meer, auch wenn sie sehr malerisch ist.

Wer es richtig einsam mag, geht ohnehin nicht baden, sondern wandern: In der wilden Schönheit der nordalbanischen Alpen begegnet man in gewissen Gegenden eher Bären als anderen Menschen.

Ausgemusterer Bunker aus der Zeit des Kommunismus an der Strandpromenade von Durrës.
Ausgemusterer Bunker aus der Zeit des Kommunismus an der Strandpromenade von Durrës.

Land der Bunker

Klar kann man problemlos eine Woche lang die vielfältige Natur geniessen oder an den herrlichen Stränden die Seele baumeln lassen. Aber es wäre schade, die bewegte Geschichte dieses Landes einfach zu ignorieren. Die unterschiedlichen Herrscher haben überall ihre Spuren hinterlassen: Rom, Byzanz, das Osmanische Reich und nicht zuletzt die Kommunisten, die Albanien von 1944 bis 1990 kontrollierten, isolierten und mit über 170 000 Bunkern übersäten, die man heute an allen möglichen und unmöglichen Orten antrifft. Wie es sich in jener Zeit lebte, zeigen eindrücklich und bedrückend die beiden BunkArt-Museen in Tirana.

Häufiges Verkehrshindernis: Schwer beladener Esel.
Häufiges Verkehrshindernis: Schwer beladener Esel.

Überholmanöver und Ziegenherden

Der einfachste Weg, Albanien zu erkunden, ist die Fahrt im Mietwagen. Aber Vorsicht: Nebenstrassen verwandeln sich schnell in Schotterpisten, die man ohne Vierradantrieb kaum bewältigen kann. Zudem ist der durchschnittliche albanische Autofahrer nicht eben mit grosser Geduld gesegnet, was zu teils halsbrecherischen Überholmanövern führt. Auch muss man jederzeit damit rechnen, hinter einem schwer beladenen Esel steckenzubleiben oder durch eine gemächlich über die Fahrbahn spazierende Ziegenherde ausgebremst zu werden.

Bröckelndes Mahnmal in Tirana aus der Zeit des Kommunismus.
Bröckelndes Mahnmal aus der Zeit des Kommunismus in Tirana.

Coole Cocktails neben der Diktatoren-Villa

Das Zentrum Tiranas ist zwar noch immer von kommunistischer Architektur geprägt, aber die Hauptstadt ist heute bunt, lebendig, modern – und absolut einen Tagesausflug wert. Perfekte Symbole für das untergegangene Regime sind die bröckelnde Pyramide, die einst zu Ehren des Langzeitdiktators Enver Hoxha erbaut wurde, und die trendigen Bars und Geschäfte, die heute rund um dessen ehemalige Villa im Stadtteil Biloku zum hemmungslosen Konsum einladen. Und in welcher anderen Stadt der Welt kann man schon einer «George W. Bush»-Strasse entlang flanieren? Der sonst eher nicht so beliebte Amerikaner war 2007 der erste US-Präsident überhaupt, der Albanien offiziell besuchte, woraufhin vor Freude prompt eine Strasse nach ihm benannt wurde.

Gut und günstig: Mediterrane Küche in Albanien.
Gut und günstig: Mediterrane Küche in Albanien.

Pizza, Gemüse, Fisch, ab und zu ein Schafskopf

Wer die mediterrane Küche mag, wird sich in Albanien wohlfühlen. Die kulinarischen Einflüsse der grossen Nachbarn Italien und Griechenland sind überall präsent, und an den Stränden ist es fast einfacher, eine richtig gute Pizza zu bekommen als echte albanische Gerichte. Diese bieten viel Vegetarisches mit Gemüse, Eiern und Käse, Fisch und Meeresfrüchte, Fleischgerichte mit Innereien – und für Experimentierfreudige auch mal Ziegenhirn oder Schafskopf. Das alles übrigens für Schweizer Verhältnisse äusserst preisgünstig.

Diese Reise wurde von Hotelplan unterstützt.
Tipp: Ein einwöchiger Aufenthalt im 4.5-Sterne-Hotel «Premium Beach Hotel» in Durrës ist bei Hotelplan ab 904 Franken pro Person buchbar, inklusive 7 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Halbpension sowie Flug von Zürich nach Tirana und zurück. Mietwagen gibt es ab 150 Franken für 7 Tage, inkl. Versicherungen und Gebühren.

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