11. Oktober 2018

45 Beziehungsfragen an Pedro Lenz

Er ist preisgekrönter Autor, Beizenbesitzer und neuerdings Vater. Früher hat der 53-Jährige dauernd gearbeitet, heute arbeitet er der Familie zuliebe an seiner Work-Life-Balance.

Pedro Lenz
Pedro Lenz findet, dass er mit zunehmendem Alter cooler und ab­gebrühter geworden ist.
Lesezeit 12 Minuten

Pedro Lenz, welche Beziehung haben Sie zum ersten Satz eines Textes?

Eine schwierige. Ein Text muss immer gut anfangen, vor allem ein Roman. Da mache ich mir grossen Druck. Bei einem kürzeren Text ist das einfacher.

Zu Schreibblockaden?

Keine, denn ich lasse sie nie an mich heran. Wenn ich gerade einen Moment habe, in dem ich nicht weiterweiss, habe ich meine Tricks. So umgehe ich die Schreibblockade.

Zu nicht gelungenen Texten?

Eine ganz schwierige. Es ist schon vorgekommen, dass ich bei der zweiten Auflage eines Buchs Sätze ändern liess. Das haben die vom Verlag natürlich nicht so gern. Aber meistens geht es nur um Kleinigkeiten, ein einzelnes Wort, das es noch braucht.

Zu den Leuten, die Sie genau beobachten?

Die nehmen mich meistens gar nicht wahr. Einige Leute haben das Gefühl, dass sie aufpassen müssen, was sie sagen, sobald sie mich treffen. Aber meistens haben sie es dann schon gesagt (lacht). Es ist nicht so, dass ich ständig mit der Absicht herumlaufe, Anekdoten aufzuschnappen. Es gibt auch viele Momente, in denen ich ganz normal Zug fahre und für mich etwas lesen möchte. Und plötzlich schnappe ich was auf, das ich nicht erwartet hätte.

Wissen Menschen nicht, was ich mache, sage ich manchmal zum Spass: «Ich bin der, der beim Tele Gilli das Wetter moderiert!»

Zu Mundart?

Mundart ist für mich Alltag wie Dienstagmorgen. Ich habe eine ganz normale Beziehung dazu und nicht – wie viele meinen würden – eine sehr besondere.

Zur Vermischung von Sprachen?

Es kommt nicht immer etwas Besseres raus, wenn man Sprachen mixt. Aber es kann sehr interessant sein. Ich habe eine offene, vorurteilsfreie Beziehung dazu. Mir fällt auf, dass Hochdeutsch im Moment stark in die Alltagssprache hineindringt. Die Leute fragen: «Was arbeitisch du?» statt «Was schaffisch du?». Das hat man früher nicht gehört. Das ist ein Phänomen, das ich überhaupt nicht anklage. Jede Sprache ist fähig, andere Worte und Ausdrücke zu adoptieren.

Zu Ihrer Work-Life-Balance?

Auf Facebook würde es heissen: «Beziehungsstatus kompliziert.» Ich habe sehr lange sehr viel gearbeitet und das gar nicht gemerkt. Jetzt spüre ich, dass es zu viel wird. Ich versuche, weniger zu arbeiten, zugunsten meiner Freundin und meines Kindes. Es gibt immer mehr Tage, an denen ich mich nicht an den Computer setze, sondern die Zeit meinem Buben widme. Das ist neu für mich, und ich bin noch im Lernprozess. Vorher waren Work und Life für mich das Gleiche.

Zu Auftritten?

Auftritte sind für mich eine Bereicherung. Manchmal kommen durchs laut Lesen neue Seiten meiner Texte hervor. Ich stelle fest, dass ich mich manchmal in der Schreibstube selber bescheisse. Wenn ich eine Seite vor Publikum lese und kein gutes Gefühl dabei habe, mich ein bisschen schäme oder froh bin, wenn dieser Abschnitt vorbei ist, heisst das, dass er nicht gut genug war.

Zu Ihren Fans?

Eigentlich locker. Schwierig ist sie erst dann, wenn ich merke, dass es den Leuten egal ist, für was ich bekannt bin. Es gibt solche, die sagen: «Ich kenne Sie, ich habe Sie mal gesehen, aber woher kennt man Sie noch mal?» Dann sage ich manchmal zum Spass: «Ich bin der, der beim Tele Gilli das Wetter moderiert!» Für diese Leute gilt: Bekannt ist bekannt. Lieber ist mir, wenn mich die Leute kennen, weil sie mich lesen.

Zu anderen Schreibenden?

Meistens gut. Ich habe viele Freunde in der Schriftstellerszene, die ich sehr schätze. Arno Camenisch gehört dazu, Beat Sterchi, Lukas Bärfuss, Raphael Urweider. Das sind Freunde von mir, und ich finde sie auch als Autoren super. Daneben gibt es andere, die ich einfach als Autoren gut finde, aber nicht kenne oder mit ihnen nicht auf der gleichen Wellenlänge bin. Dass ich jemanden als Autor schlecht finde und als Mensch auch, kommt eher selten vor.

Welche Beziehung haben Sie zu Schlaf?

Ich bin ein guter Schläfer. Bin ich müde, kann ich einfach den Kopf hinlegen und einschlafen. Das habe ich beim Militär gelernt. Aber klar: Jetzt als Vater habe ich nicht mehr so viel Schlaf wie auch schon.

Zu Wickeltischen?

Die sind oft zu tief unten für mich mit meinen zwei Metern, aber man gewöhnt sich dran. Das grössere Problem ist, wenn ich selber aufs WC muss und allein mit dem Kind unterwegs bin. Dann suche ich ein Behinderten-WC, in das ich den Kinderwagen mit hineinnehmen kann. Ich kann nicht einfach schnell ins Pissoir gehen und ihn draussen lassen – da würde er die Hütte zusammenschreien. Und ihn dabei im Arm halten, ist auch irgendwie komisch (lacht). Ich weiss mittlerweile genau, wo es Behinderten-WCs mit guten Wickeltischen gibt.

Zu Ihrem Sohn?

Interessant ist, dass diese Beziehung wie von selbst kam. Klar, das sagen einem alle. Aber man muss die Emotionen und Gefühle trotzdem selber erlebt haben.Sobald das Geschöpf da ist, besteht eine Verbindung. Unabhängig davon, ob das Kind hübsch ist oder nicht, laut oder leise.

Zu ihrer Freundin – als Eltern?

Man muss sich bewusst Zeit zu zweit schaffen. Die Gefahr ist, dass man das Kind emotional missbraucht. Dann nämlich, wenn man beim Kind die Nähe sucht, die man beim Partner nicht findet. Klar ist: Ein Kind verändert eine Beziehung. Man hat nicht mehr so viel Zeit zusammen wie vorher.

Pedro Lenz
«Ich bin ein emotionaler Mensch,» sagt Pedro Lenz.

Zu Erziehungsbüchern?

Da stehen zum Teil schlaue Sachen drin. Nach der Lektüre eines Erziehungsbuchs darf man aber nicht meinen, man wisse jetzt alles. Ein bisschen hinschauen ist auch noch gut. In einem Erziehungsbuch des dänischen Erziehungsexperten Jesper Juul steht, dass Eltern oft denken, ihr Baby sei trotzig. Dabei müsse man sich mal überlegen, wie oft am Tag wir das Kind zu etwas zwingen. Wickeln, aufheben, in den Wagen legen. Ständig packen wir das Kind und stecken es irgendwo hin. Dass das Kind manchmal etwas nicht will, ist nicht trotzig, sondern normal. Man kann sein Baby ja nicht fragen, ob es jetzt aufs Tram will oder lieber aufs nächste. Aber man soll sich bewusst sein, dass man viel fürs Kind entscheidet.

Zur Kinderbetreuung?

Ich bin ein emotionaler Mensch. Gebe ich mein Kind ab, bin eher ich der, der weint. Und darum ist mir wichtig, wer das Kind betreut. Momentan teilen meine Freundin und ich uns das auf. Wir schauen, dass wir im Gleichgewicht sind. Sie vier Tage und ich einen? Das wäre nicht fair.

Zu anderen Eltern?

Die ist noch im Aufbau. Ich komme auf dem Spielplatz plötzlich über Kinder mit anderen Eltern ins Gespräch. Auch mit solchen, mit denen ich sonst nichts gemeinsam hätte. Wer von uns hat zum Beispiel echten Kontakt mit Leuten aus Äthiopien, die hier leben? Nur diejenigen, die Kinder in derselben Schulklasse oder im gleichen Fussballklub haben. Neulich trafen wir auf dem Spielplatz eine Familie aus dem Jemen. Später ging ich nach Hause und googelte, was eigentlich genau im Jemen los ist. Beruflich hätte ich mit dieser Familie nichts zu tun gehabt. Und jetzt ergibt sich das ganz natürlich.

Zu Zeitungen, die feststellen, dass Sie ein alter Vater sind?

Locker, die haben ja recht! Ich hoffe einfach, dass das nicht meine einzige Eigenschaft ist.  Ich schaue es mit Demut an, dass ich das noch erleben darf. Diejenigen, die schreiben, dass ich 24 Jahre älter bin als meine Freundin, leisten einen Dienst am Leser, damit er das nicht selber ausrechnen muss.

Zu Ihrem eigenen Vater?

Wir hatten eine sehr liebevolle Beziehung. Leider lebt er schon lange nicht mehr. Er war übrigens auch ein alter Vater. Manchmal tut es mir leid, dass ich ihm jetzt nicht seinen Enkel zeigen kann.

Welche Beziehung haben Sie zu Ihren Träumen?

Ich bin nicht so ein Träumer. Ich träume nicht von fünf Kindern oder von einer Jacht. Vielleicht hatte ich mal den Traum, vom Schreiben leben zu können. Das hat sich erfüllt – und das ist für mich riesig. Bei den Träumen in der Nacht ist es so, dass ich sie schnell wieder vergesse.

Zu Ihren Albträumen?

Es gibt einen, den ich gern mal deuten lassen würde. Ich habe ja die Lehre als Maurer gemacht und viel auf Gerüsten gearbeitet. Dabei hatte ich nie Angst. Doch heute träume ich manchmal, dass ein Gerüst sich langsam von der Mauer löst, und dann erwache ich. Ich frage mich, ob das eine Höhenangst ist, die ich damals verdrängte. Wenn ich wach bin, habe ich eher selten Angst. Das nimmt vielleicht jetzt mit dem Vatersein zu.

Zu Ihrer Heimat?

Ich bin ein heimatverbundener Mensch. Heimat muss man sich immer wieder schaffen. Ähnlich wie an einer Liebesbeziehung gilt es, daran zu arbeiten. Bis in meine Zwanziger war Langenthal meine Heimat. Hier in Olten habe ich mir seit zehn Jahren wieder ein Zuhause geschaffen. Ich weiss von mir: Wenn ich müsste, könnte ich auch in Wien oder New York leben. Aber ich würde mir meine Heimat immer etwa auf einer Fläche von Langenthal bauen. Einer Fläche, die ich zu Fuss umkreisen und erfassen kann.

Muhammad Ali ist der Grösste.

Zu Zürich?

Ich habe drei Jahre dort gewohnt. Ich kannte vor allem den Kreis 3 gut, das war mein Langenthal. Als Ort gefällt mir Zürich sehr gut. Was mir heute nicht gefällt, ist die Konzentration von Fernsehen, Radio und Zeitungen auf Zürich. Wenn sogar die Berner Zeitungen in Zürich gemacht werden, gibt es einen einseitigen Blick auf die Schweiz und auf die Welt.

Zum Bünzlitum?

Es gibt zwei Arten von Bünzlitum. Es gibt die Bünzlis, die es nicht besser wissen. Mit denen habe ich kein Problem, denn sie sind engstirnig, weil sie nie etwas anderes gekannt haben. Das sind solche, die im Treppenhaus Zettel schreiben, dass man die Waschmaschine besser putzen soll, anstatt direkt bei mir zu läuten. Doch dann gibt es auch machtvolle und weltläufige Bünzlis, die es eigentlich besser wüssten. Die weit gereist und trotzdem noch bünzlig sind.

Zu Fremdem?

Interessiert und neugierig, aber Angst vor Fremdem habe ich auch. Jedenfalls wenn ich den Begriff weit fasse. Habe ich zum Beispiel Angst vor Instagram, kann ich mir die App erklären lassen, und plötzlich ist sie mir nicht mehr fremd. Ich muss jedoch kein Freund davon werden. Mit den Menschen ist es ähnlich. Nicht alles von Fremden kann ich verstehen oder annehmen. Aber ich habe eine riesengrosse Mühe damit, wenn jemand das Fremde an sich für problematisch hält.

Zum Glauben?

Ich glaube an einen christlichen Schöpfergott. Aber ich hätte gern einen stärkeren kindlichen Glauben. Wenn mir jemand von einem Glaubenswunder erzählt, bin ich skeptisch. Vielleicht sind wir Schweizer zu rational, um solche Dinge zu glauben, aber rational genug, um uns nicht deswegen die Köpfe einzuschlagen. Ich möchte nicht an einem Ort leben, wo der Glaube so wichtig wird, dass deswegen Streit entsteht.

Manchmal bin ich handlungsschwach.

Zu Ihren Schwächen?

Schwächen kommen immer wieder zum Vorschein. Wie wüste Häuser in einem Dorf. Man kann ihnen ausweichen, aber sie sind trotzdem da. Einige Schwächen habe ich auszumerzen versucht, aber je älter ich werde, desto eher muss ich sie akzeptieren. Ich bin zum Beispiel handlungsschwach; rede viel, aber tue nicht alles davon. Natürlich habe ich noch mehr Schwächen, aber alle möchte ich nicht auf den Tisch legen.

Zu Ihren Vorbildern?

Diese Beziehung ist naiv und irrational, denn ich will nur das Schöne sehen. Muhammad Ali ist der Grösste. Aber ich weiss, dass er sehr viele Schwächen hatte. Trotzdem ist er ein Vorbild: in seiner Eleganz und Eloquenz.

Zum Älterwerden?

Es ist nicht nur angenehm. Beim Fussball merke ich, dass ich nicht mehr 20 bin. Ich habe eine Idee, wie der Ball gespielt werden muss, aber die Beine tragen mich nicht mehr dorthin. Das Alter hat aber auch Vorteile: Man wird cooler und abgebrühter.

Zu Ihrem Äusseren?

Ich will nicht sagen, ich sei nicht eitel. Aber es lässt nach. Ich bin nicht Brad Pitt, war ich nie und werde es nie sein. Ich bin eher eitel in Bezug auf meine Wirkung. Mir muss man sagen, ich solle mal wieder zum Coiffeur. Dann gehe ich halt. Das Problem ist: Wenn sie wenig schneiden, habe ich einen schönen Schnitt, muss aber rasch wieder gehen.

Zu Ihrem Inneren?

Ich habe lange Raubbau betrieben mit mir selbst, das war die Arroganz der Jugend. Ich achte jetzt mehr auf meinen Körper und mein Seelenleben. Aber ich bin nie radikal – ausser beim Rauchen, da muss man es sein.

Pedro Lenz und Pedro Lenz
Pedro Lenz hat zu seinen Händen eine bessere Beziehung als zu seinen Füssen.

Welche Beziehung haben Sie zu WhatsApp-Gruppen?

Das ständige Blinken macht mich nervös.

Zu Ihrer Beiz?

Am Anfang, vor zehn Jahren, als wir zu dritt das Haus gekauft haben, war es anstrengend. Heute hat sich die Beziehung etwas abgekühlt, weil wir einen Beizer haben, der das super macht. Er prägt das Restaurant. Aber natürlich ist es nach wie vor eine enge Beziehung: Ich wohne im selben Haus, der Wirt auch, also gibt es einen ständigen Austausch.

Zu Ihrem Kater?

Einen Kater, bei dem man einen Tag lang physisch kaputt ist, hatte ich schon lange nicht mehr. Vier Stunden Party und dafür zehn Stunden Kater stehen in keinem Verhältnis. Das heisst aber nicht, dass ich nie einen Kater habe. Zum Schreiben ist ein leichter Kater übrigens kein schlechter Freund. Man hat eine gewisse Schwere und Lethargie.

Zu falschen Freunden?

Da bin ich manchmal etwas naiv. Wenn mir jemand Logentickets für den nächsten Match offeriert, dann freut mich das, und ich denke, er meint mich. Erst später realisiere ich, dass er eher meinen Namen und mein Renommee meinte. Das tut weh. Vielleicht liegt das daran, dass ich erst spät bekannt wurde, mir fehlen die Antennen.

Zu Trennungen?

Sie müssten keine Katastrophe sein, wenn man sie gut vollziehen könnte. Die Frage ist: Wer kann das? Ich selbst hatte auch Trennungen, die gut abliefen. Wenn für beide klar ist, dass man sich nicht mehr zwingend sehen muss. Aber natürlich hatte ich auch schon andere Trennungen, schmerzhafte, wo das Verhältnis nie ganz geklärt wurde. Ideal wäre es, man könnte mit der Ex-Freundin noch Tennis spielen – ich spiele nicht Tennis, aber nur mal angenommen.

Zur zweiten Chance?

Die finde ich wichtig, ich bin ein Verzeiher. Bescheisst mich jemand, und ich kann nicht verzeihen, habe ich einen ungelösten Knopf.

Zu Freundschaften mit Frauen?

Habe ich, aber es ist weniger selbstverständlich. Erzähle ich einer Frau, die nicht meine Freundin ist, meine innersten Gefühle, fühlt es sich an wie Verrat. Bei Männern habe ich dieses Gefühl nicht. Ich hatte nie sehr viele Freundinnen, die nicht auch meine Freundin waren. Vielleicht zu Unrecht.

Welche Beziehung haben Sie zu Cristiano Ronaldo?

Keine enge. Sein fussballerisches Talent steht in einem umgekehrt proportionalen Verhältnis zur persönlichen Sympathie. Als er bei Real Madrid war – ich bin ja auch Real-Fan –, musste ich mich für seine Tore freuen und habe mich gleichzeitig fremdgeschämt wegen seines Verhaltens. Jetzt ist er bei Juventus Turin, da ist es einfacher. 

Zu YB als Meister?

Ich habe mich sehr gefreut. Aber Meister sein ist nicht nur problemlos. Wir haben 32 Jahre lang davon gesprochen, jetzt ist der Titel da, aber das Leben muss weitergehen. Wir werden nicht immer Meister bleiben. Aber einen zweiten Titel nehmen wir noch, es sieht ja gut aus. När luegemer de witer.

Zur Champions League?

Das ist eine Liebe voller Widersprüche, wie wenn man sich in eine Nutte verliebt. Fussballerisch ein sehr hohes Niveau, aber rundherum alles nur Business, das löscht mir ab.

Zu Ihren Füssen?

Eine Katastrophe. Die Diskrepanz zwischen meinem Fussballverstand, dem theoretischen Wissen, und dem, was ich körperlich noch zustande bringe, ist riesig. Als Kind war es umgekehrt: Da rannte ich viel und wusste wenig. Ich spiele noch regelmässig Fussball, und wenn ich den Rasen betrete, habe ich im Herz immer noch das Gefühl des zehnjährigen Buben. Ich liebe es! Aber sobald wir zu spielen beginnen, ein Fiasko.

Zu Ihren Händen?

Ich war nie das Goldhändchen. Aber Sorgfalt habe ich gelernt, und das mag ich auch. Ich arbeite gern mit den Händen, im Garten. Das Verhältnis zu meinen Händen ist jedenfalls besser, als das zu meinen Füssen.

Zu Fouls?

Teil des Spiels. Ohne sie kann man nicht Fussball spielen. Ich tue es auch, manchmal gar nicht absichtlich. Dann muss der Schiri pfeifen. Versteckte Fouls habe ich gar nicht gern, und ins Leben gehören sie auch nicht.

Zum Goalie?

Eine Liebesbeziehung. Der Goalie auf dem Feld ist die interessanteste Figur. Schon als Kind war ich von ihm fasziniert. Und natürlich habe ich zum Goalie eine enge Beziehung, weil mir dieses Buch viele Türen geöffnet hat. Er wurde zum Synonym für mich. Wenn ich mit meinem Sohn irgendwohin komme, sagen die Leute: «Lue, dr Goalie chunnt mitem chline Goalie!» 

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