31. Januar 2018

5000 Jahre Jerusalem

Jerusalem zählt zu den kulturgeschichtlich interessantesten Orten dieser Welt. Eine Reise in die 5000 Jahre alte Metropole lohnt sich gerade auch jetzt. Sonne und tagsüber rund 15 Grad sind in den Wintermonaten normal.

Altstadt von Jerusalem
Der Ölberg sorgt für eine der spektakulärsten Aussichten auf die Altstadt von Jerusalem und ihre jüdischen Gräber. Die goldene Kuppel gehört zum Felsendom, die graue Kuppel links davon ist die Grabeskirche.
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Aussicht vom Ölberg: Um die Ausmasse von Jerusalem mit seinen rund 860'000 Einwohnern zu erfassen, fährt man am besten vor 9 Uhr mit einem Taxi den Ölberg hoch (auf Englisch: Mount of Olives). Von dort sieht man Tausende von jüdischen Gräbern, im Hintergrund die Altstadt mit der rund 500 Jahre alten Stadtmauer. Dahinter befindet sich der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel (eines der Heiligtümer des Islams) und darunter die den Juden heilige Klagemauer. Die Grabeskirche, eine der wichtigsten Heiligtümer des Christentums, steht ebenfalls in der Altstadt mit ihren labyrinthähnlich angelegten Marktständen.
Tipp: Zu Fuss vom Ölberg zum Garten Gethsemane wandern und via Lion’s Gate in die vom jüdischen König David gegründete Altstadt eintauchen.

Der Garten Gethsemane, wo sich Jesus mit seinen Jüngern aufhielt, befindet sich am Fuss des Ölbergs, auf halbem Weg zur Altstadt.

Altstadt: Die Stände des Basars bieten viel Ramsch und Souvenirs für christliche Pilger an, vor allem entlang der Via Dolorosa, des Leidenswegs von Jesus Christus.
Tipp: Wer gut zu Fuss ist, sollte auf der Stadtmauer spazieren. Besonders attraktiv ist der Abschnitt beim Jaffator. Tickets gibt es gleich daneben in einem Büro (nach dem «Ramparts Walk» fragen).

Der «Ramparts Walk» sorgt für eine andere Begegnung, eine andere Perspektive auf Jerusalem.

Ebenfalls beim Jaffator befindet sich das Museum Tower of David, das die Geschichte Jerusalems zeigt. Abends findet dort eine spektakuläre Ton- und Lichtbildaufführung statt («Night Spectacular»). Die Bilder werden auf historische Mauern projiziert. Billette unbedingt im Vorfeld kaufen. Das Kombiticket (Besuch des Museums tagsüber sowie die abendliche Ton- und Lichtbildaufführung) kostet 70 Schekel oder umgerechnet knapp 20 Franken.

Die Holocaust-Gedenkstätte ist ein «Muss» in Jerusalem.

Der Westen Jerusalems: Viele Besucher vergessen, die Attraktionen ausserhalb der Altstadt zu besuchen. Ebenfalls in der Nähe des Jaffators befindet sich die neue «Mamilla Mall» mit 140 Läden, Restaurants und Cafés.
Tipp: Im Mamilla die Multimediashow «Time elevator» besuchen, die die wechselvolle Geschichte Jerusalems beleuchtet. Danach Spaziergang zur Jaffa-Strasse und zum Mahane Yehuda, mit täglich (ausser samstags) 200'000 Besuchern grösster Markt Israels.

Mit täglich 200 000 Besuchern der grösste Markt Israels: Mahane Yehuda im Westen der Stadt.

Von dort fährt das moderne Tram in die Nähe der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem (bis Endstation Herzlberg, Eintritt kostenlos, von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen geschlossen). Jerusalem, nur knapp 50 Fahrminuten von Tel Aviv entfernt, präsentiert sich in diesen Tagen übrigens in gewohnten Bahnen. Eine erhöhte Angst vor Terroranschlägen muss man nicht haben. Eine Reise nach Jerusalem ist nicht gefährlicher als nach London oder Paris.

Der Favorit des Autors: das Restaurant «Chakra», das praktisch jeden Abend ausgebucht ist.

Restaurants: Rund um den Markt haben in den letzten Jahren zahlreiche trendige Lokale eröffnet. Mein Favorit heisst Machneyuda an der kurzen Strasse Beit Ya'akov 10. Das Lokal ist wie auf einem Marktplatz laut und etwas verrückt, mit offener Küche und innovativer israelisch-mediterraner Marktküche. Es ist wochenlang im Voraus ausgebucht. An der King-George-Street 41 befindet sich mit dem «Chakra» eine weitere Topadresse. Dort unbedingt nach dem «Tasting menu» fragen.

Die Lobby des Boutiquehotels Harmony.

Übernachten: Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis sorgt das Boutiquehotel Harmony , gut zehn Minuten zu Fuss von der Altstadt entfernt (Doppelzimmer ab 160 Franken). Das Frühstücksbuffet ist wie für israelische Verhältnisse üblich sehr vielfältig. Wer Luxus sucht, findet im «Mamilla», im «David Citadel», im «Waldorf Astoria» oder im alterwürdigen «King David» passende Adressen.

Vorankündigung: In der Woche 14 vom 2. April ist ein aktueller Beitrag über Tel Aviv vorgesehen. Und: Am 28. Mai 2018 findet eine Gala-Perfomance auf dem Skopusberg in Jerusalem statt - anlässlich des 70-jährigen Bestehen des israelischen Staates.

In der Altstadt im jüdischen Viertel: Auch hier gibt es zahlreiche Geschäfte.

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