01. Juli 2019

17 Millionen Stück süsse Heimat

Reisende aus aller Welt lieben sie: die Schöggeli der Schweizer Fluggesellschaft Swiss. Hergestellt werden sie von Chocolat Frey in Buchs AG – mit einer besonderen, geheimen Rezeptur.

Frey Schokolade für die Swiss
In diesen Schachteln zu 60 Stück werden die Schokoladen von Chocolat Frey an die Swiss geliefert.

Der letzte süsse Gruss aus der Heimat, bevor man irgendwo in der weiten Welt landet, wiegt 14 Gramm. Ebenso das süsse Willkommenzurück vor der Ankunft in Zürich oder Genf: Die Rede ist von dem Stückchen spezieller Schoggi, das die Fluggesellschaft Swiss ihren Passagieren in der Economy Class verteilt.

Die berühmten, rot eingepackten Schöggeli stammen von der Migros-Tochter Chocolat Frey aus Buchs AG, wo sie das ganze Jahr hindurch hergestellt werden. Das Geheimnis hinter ihrer Beliebtheit kennen allerdings auch dort nur sehr wenige Leute. Einer der Eingeweihten ist Produktentwickler Dominic Meier: «Für die Swiss haben wir eine ganz besondere Rezeptur entwickelt, die nur für dieses Produkt eingesetzt wird. Mehr verrate ich nicht.»

Beim Abfüllen ist die Schokolade 28 bis 29 Grad warm, damit sie sich gleichmässig in der Form verteilt und das Swiss-Logo gut sichtbar wird. 
Beim Abfüllen ist die Schokolade 28 bis 29 Grad warm, damit sie sich gleichmässig in der Form verteilt und das Swiss-Logo gut sichtbar wird. 

Dass sie alle gleich aussehen und gleich viel wiegen, darüber wacht sein Kollege Poly That: «Wir achten auf möglichst geringe Abweichungen. Nicht, dass wir kleinlich wären, aber bei 17 Millionen Stück pro Jahr fallen ein paar Milligramm mehr oder weniger schon ins Gewicht», sagt der Anlagenführer mit einem Augenzwinkern. Auch sonst hat der Frey-Mitarbeiter die Schokolade stets im Blick, denn nur wenn diese bei der richtigen Temperatur abgefüllt wird, erhält sie einen schönen Oberflächenglanz und knackt später beim Reinbeissen. 

Für die Verteilung der 17 Millionen Stück ist das Kabinenpersonal der Swiss zuständig, dabei kamen immer wieder verrückte Dinge vor. So etwa die beiden Maîtres de Cabine, Cathrin Hermann und Jozef Lugaric: «Wir erlebten auf einem Flug einen Heiratsantrag an Bord. Für den Antragsteller haben wir die Swiss-Schöggeli in der First Class in zwei Herzformen angerichtet. Die Frau hat auf seine Frage hin aus den Schokoladen eines der Herzens ein YES geformt und so ihrem Zukünftigen stumm das Jawort gegeben. Das Ganze konnten wir in der First-Class-Kabine arrangieren, weil wir auf diesem Flug keine Gäste in der ersten Klasse hatten. Die Passagiere waren sehr gerührt.»

Die Swiss Schoggi auf dem Fliessband, kurz bevor sie in Schachteln zu 60 Stück verpackt und an die Airline geliefert wird
Die Swiss Schoggi auf dem Fliessband, kurz bevor sie in Schachteln verpackt und an die Airline geliefert wird.

Auf einem anderen Flug hörte Flight Attendant Berkant Oezpay, wie ein Vater mit seiner Tochter das Zählen übte. Er versprach ihr zehn Schoggitäfeli, wenn sie bis zehn zählen könne, was ihr mit etwas Hilfe schliesslich gelang. «Nach der Landung kam das Kind zu mir in das Heck des Flugzeugs und sagte, dass es jetzt sogar bis 20 zählen könne. Nach der mündlichen Prüfung gab ich ihr weitere zehn Schöggeli. Die Kleine war die glücklichste Passagierin an Bord.»

Und wenn die Chocolatiers aus Buchs an Bord sind? «Wenn ich selber mit der Swiss fliege, schaue ich mir die Lunch Tablets, wie wir sie nennen, natürlich ganz genau an», sagt Daniel Meier, bei Chocolat Frey Verkaufsleiter für die Schweiz. «Der Genuss ist gross und der Stolz ebenso. Wir fühlen uns sehr geehrt durch diesen Auftrag.»

Flight Attendants mit Schokolade
Flight Attendants mit Schokolade

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