28. Juli 2014

Zehn Ideen für dein Sabbatical

Keine Perspektive in der Firma? Überarbeitet oder demotiviert? Dann ist die Zeit reif für ein Sabbatical. Zehn Ideen, was du während deiner Auszeit tun (oder lassen) kannst. Was würdest du am liebsten machen?

Bild: Keystone

1. Einsteigen und abfahren
Fahr weg, einfach so! Dein Hilfsmittel ist ein herkömmlicher Würfel: Das erste Mal würfeln ergibt das Abfahrtsgleis des Zugs, das zweite Mal die Haltestelle, an der du aussteigst. Nimm den nächsten abfahrenden Zug. Je nachdem landest du in München, Genf, Strassburg oder Pfäffikon SZ. Darfs etwas weiter weg sein? Dasselbe Spiel funktioniert auch am Flughafen: Würfle die Abflugszeit in Stunden und Minuten und buche die Reise. Je nach Bedarf (und Ort) bleibst du ein paar Stunden, Tage oder Wochen und würfelst dich rund um den Globus. Reisen ist die entspannendste Art der Beschäftigung während eines Sabbaticals.

Bild: Keystone

2. Jugendherberge in Santa Nirgendwo
Du bist gar nicht der Typ für ein Sabbatical? Kein Problem. Arbeit gibts überall auf der Welt. Nur sollte sie sich grundlegend von Ihrer bisherigen Tätigkeit unterscheiden. Denn nur das gibt die nötige Distanz. Am besten heuerst du in einer Jugendherberge in Asien, Südamerika oder London an: Ihre jungen Gäste werden dich beflügeln, motivieren und Ihnen endlich erklären, was denn nun «Yolo» und «Babo» bedeuten und wieso dieses Facebook schon wieder out ist.

Bild: Keystone (LAIF/Jens Grossmann)

3. Irgendwas mit Kindern
Viele machen ein Sabbatical, um endlich einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Und was ist sinnvoller, als Kindern in Not zu helfen? Eben. Melde dich als ehrenamtlicher Helfer bei einer Organisation, die sich in Afrika engagiert. Mögliche Einsatzbereiche sind unter anderem Waisenhäuser, Kindertagesstätten oder Schulen. Unter dem Stichwort «Work and Travel» bieten verschiedene Reisebüros Komplettpakete an – meistens ist da sogar noch ein Sprachkurs mit dabei. Der Preis für einen vierwöchigen Sozialeinsatz bewegt sich um die 1000 Franken.

Bild: Keystone

4. Blüemlimaa oder -frau werden
Nicht die 23. Weiterbildung bringt das wahre Glück, sondern nur ein echter Neuanfang. «Back to the roots», wie es neudeutsch heisst. Denke an die Hobbys in deiner Jugend zurück: Du mochtest Blüemli? Werde Florist. Du spieltest gerne Klavier und Gitarre? Greife zum Instrument. Zeichnen war total dein Ding? Male. Es geht nicht darum, einen Beruf auszuüben, sondern seine Berufung zu finden. Nutze deine Auszeit intensiv und probiere verschiedene Aktivitäten aus.

Bild: Keystone

5. Einfach so dasitzen
Komm zur Ruhe. Nutze dein Sabbatical, um Abstand zu gewinnen und um zu dir selbst zu finden. Für viele ist ein Kloster der richtige Ort, weil dort die Reizüberflutung durch Smartphone, Computer, Internet und Fernsehen wegfällt. Viele Ordensgemeinschaften im In- und Ausland sind bereit, Menschen für eine bestimmte Zeit aufzunehmen. Für die Nichtreligiösen unter uns gibts ähnliche Angebote ausserhalb heiligen Gemäuers: Zum Beispiel in Schweigeseminaren oder Meditationskursen. Aber pschhhhhhht!

Bild: Keystone

6. Mein Haus, mein Auto, mein Boot
Es ist doch der Traum jedes Menschen: ein Eigenheim. Doch wann bleibt zwischen Sitzungen, Geschäftsessen und Terminen noch Zeit, das Häuschen hochzuziehen? Siehst du! Nutze deine Auszeit deshalb, um dein neues Zuhause zu gestalten. Nimm das Heft selbst in die Hand und erfülle dir die Wünsche von Cheminée, Swimmingpool oder der finnischen Sauna. Wer selbst (mit)plant und beim Bauen hilft, fühlt sich gleich noch etwas wohler in den neuen eigenen vier Wänden.

Bild: Keystone

7. Ab in die Berge
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Kaum ein Land verfügt auf so kleinem Raum über so viele Skigebiete wie die Schweiz. Jeden Winter suchen die Skigebiete fleissige Helfer – tagsüber am Sessellift, abends in der Après-Ski-Bar: Egal, wofür du dich entscheidest, du triffst auf zahlreiche spannende Menschen aus der ganzen Welt.

Bild: Keystone (Caro Caro/Ruff)

8. Hingehen, wo es wehtut
Du hast dich in deinen bisherigen Tätigkeiten vor allem mit Kopfarbeit beschäftigt und die Hände höchstens zum Bleistiftspitzen und Kaffeemaschine-Knopfdrücken benutzt? Dann wirds höchste Zeit, sich körperlich zu betätigen. Eine gute Möglichkeit dafür ist WWOOF. Hinter der kryptischen Abkürzung versteckt sich eine Organisation, die Freiwilligenarbeit auf ökologisch und biologisch ausgerichteten Bauernhöfen auf der ganzen Welt vermittelt. Das Prinzip lautet: Arbeitskraft gegen Kost und Logis. Lohn gibts keinen, dafür einen tiefen Einblick in landwirtschaftlichen Tätigkeiten.

Bild: Keystone (Laif Amin Akhtar)

9. UHU
UHU. Du kennst das! Nein, nicht der Klebstoff, sondern «Um ds Huus um!». Eine Auszeit ist die beste Möglichkeit, endlich mal wieder Zeit mit der Familie zu verbringen und einfach zu Hause zu sein. Nutze die Chance, deinen Kindern beim Aufwachsen zuzusehen und ihnen deine Werte auf den Weg zu geben. Eine bessere Möglichkeit zur Erholung vom Alltagsstress in der Firma gibts kaum.

Bild: Keystone (Jan Ryser)

10. Bloss nicht: Jakobsweg
Auf jeden Fall ist Folgendes klar: Egal, wofür du dich entscheidest, beschreiten Sie nicht den Jakobsweg. Spätestens seit Hape Kerkelings Buch ist der Pilgerweg nach Santiago de Compostela zum Massenphänomen geworden. Dort findest du keine Ruhe und keinen Frieden, sondern nur Touristen. Und da kannst du ja gleich weiterarbeiten, oder?

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