Beruhigung fürs Portemonnaie
In der Migros sind Original Rescue Bachblüten zu deutlich günstigeren Preisen erhältlich als im Fachhandel. Möglich macht dies ein Parallelimport.
Die Produkte in den leuchtend gelben Verpackungen gabs bisher nur in Apotheken und Drogerien. Neu bietet auch die Migros Original Rescue Bachblüten an, und zwar gleich in vier Varianten: als Tropfen, Spray, Creme und Kaugummi. Stets enthalten die Produkte Essenzen aus Wildpflanzen, die in England gemäss der Lehre des englischen Arztes Edward Bach (1886 bis 1936) gewonnen werden.
Vor dem Gesetz gelten die Original Rescue Bachblüten zwar als Lebensmittel. Doch viele Menschen verlassen sich in emotional schwierigen Situationen auf diese Produkte, sei es auf Flugreisen oder vor anspruchsvollen Prüfungen.
Die Creme ist ein Viertel günstiger als im Fachhandel
Beruhigend sind die Migros-Preise der vier Produkte: Sie liegen nämlich deutlich unter denjenigen des Fachhandels. So kostet zum Beispiel die Creme in der Migros 25 Prozent weniger, und der Kaugummi ist 23 Prozent günstiger. Möglich macht dies ein sogenannter Parallelimport: Die Migros umgeht den offiziellen Importeur und bezieht die Original Rescue Bachblüten günstig von verschiedenen Quellen im europäischen Ausland. Den Preisvorteil gibt die Migros an ihre Kunden weiter.
Vor rund drei Jahren wurde die Schweizer Gesetzgebung in Bezug auf Parallelimporte liberalisiert. «Sie sind ein wichtiges Instrument gegen die Hochpreisinsel Schweiz», erklärt Martin Schläpfer, Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik der Migros. Gerade Produkte, die dem Wohlbefinden dienen, seien im Ausland oftmals deutlich günstiger. «Wo immer möglich setzt sich die Migros dagegen ein, dass international tätige Konzerne in der Schweiz höhere Preise verlangen und so gezielt die Kaufkraft der Schweizer Konsumenten abschöpfen», sagt Schläpfer mit Nachdruck.
«Es braucht mehr Wettbewerb»

Alex Sieber, Leiter der Direktion Near/Non Food bei der Migros, über den Coup mit Original Rescue Bachblüten, Parallelimporte und die Liberalisierung des Heilmittelverkaufs.
Alex Sieber, die Migros bietet Original Rescue Bachblüten viel günstiger an als der Fachhandel. Ist das auf Dauer überhaupt möglich?
Unser Ziel ist ganz klar, diese Bachblüten-Produkte dauerhaft und günstig im Migros-Sortiment zu führen. Allerdings sind die tiefen Preise nur dank Parallelimporten möglich, und diese sind immer mit mehr Unwägbarkeiten verbunden.
Warum lassen sich Parallelimporte weniger gut langfristig planen?
Wir umgehen dabei den offiziellen Importeur und beziehen die Original Rescue Bachblüten bei verschiedenen Quellen im europäischen Ausland. Wir erhalten begrenzte Kontingente, anschliessend müssen wir die nächsten Käufe wieder aushandeln. Parallelimporte sind für uns klar aufwendiger, aber die Kunden profitieren von tieferen Preisen.
Die Migros möchte auch vermehrt frei verkäufliche Heilmittel anbieten. Kann ein Detailhändler dazu überhaupt die nötige Beratung bieten?
Es gibt einzelne Heilmittel, die man problemlos ohne ausführliche Beratung kaufen kann. Nicht jedes Erkältungsbad muss mir von einer Fachperson ausführlich erklärt werden. Im angrenzenden Ausland sind die Verkaufsbestimmungen schon heute liberaler.
Wenn die Migros Heilmittel anbietet, greift sie damit den Fachhandel frontal an?
Nein, wir können und wollen den Fachhandel ja nicht ersetzen. Es gibt selbst bei den rezeptfrei erhältlichen Heilmitteln viele Artikel, die ganz klar nur ein Drogist oder Apotheker verkaufen darf. Aber es braucht natürlich mehr Wettbewerb. Wir plädieren unter anderem für eine massvolle Liberalisierung der Verkaufsbestimmungen. Und wir wehren uns klar gegen das Geschäftsmodell internationaler Konzerne, die Produkte in der Schweiz zu überteuerten Preisen verkaufen. Letztlich leistet die Migros mit diesem Schritt auch einen Beitrag gegen die überhöhten Gesundheitskosten in unserem Land.
Erschienen in MM-Ausgabe 5
30. Januar 2012
Faire Preise – auch bei Heilmitteln
Nicht nur rezeptpflichtige, sondern auch viele nicht rezeptpflichtige Heilmittel darf in der Schweiz ausschliesslich der Fachhandel verkaufen. Es gibt allerdings eine Gruppe von frei verkäuflichen Heilmitteln, die auch Detailhändler anbieten dürfen. Zum Beispiel hat die Migros heute schon Meersalz-Nasenspray oder Kältepflaster für Gelenk- und Muskelbeschwerden im Angebot. Im Rahmen der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz setzt die Migros sich dafür ein, dass die Gruppe...
mehr lesenFaire Preise – auch bei Heilmitteln
Nicht nur rezeptpflichtige, sondern auch viele nicht rezeptpflichtige Heilmittel darf in der Schweiz ausschliesslich der Fachhandel verkaufen. Es gibt allerdings eine Gruppe von frei verkäuflichen Heilmitteln, die auch Detailhändler anbieten dürfen. Zum Beispiel hat die Migros heute schon Meersalz-Nasenspray oder Kältepflaster für Gelenk- und Muskelbeschwerden im Angebot. Im Rahmen der Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz setzt die Migros sich dafür ein, dass die Gruppe der frei verkäuflichen Heilmittel erweitert wird. Neu hinzukommen könnten zum Beispiel Erkältungsbäder, pflanzliche Mittel zur Verdauungsförderung oder bestimmte Hautdesinfektionsmittel. Für die Kunden wäre es praktisch und zeitsparend, in der Migros vermehrt auch frei verkäufliche Heilmittel vorzufinden. «Aus zahlreichen Kundenreaktionen wissen wir, dass dieses Angebot sehr erwünscht wäre», sagt Martin Schläpfer, Leiter der Direktion Wirtschaftspolitik der Migros. «Zudem kämen überhöhte Preise unter Druck.» Die Migros hat bei Heilmitteln nämlich andere Möglichkeiten als der Fachhandel: Sie kann Artikel in grösseren Mengen einkaufen, die Gewinnmarge klein halten, und natürlich kann sie auch hier auf das Mittel des Parallelimports setzen.
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1 Kommentar
Stefan Hermann [Gast]
Geschrieben am
2. Februar 2012
Der Wettbewerb spielt schon heute! Es ist auch den Grossverteilern erlaubt Heilmittel zu verkaufen sofern die gesetzlichen Vorschriften (Ausbildung, Beratung, Qualitätssicherungssystem etc.) eingehalten werden. Offenbar ist aber damit zu wenig Geld zu verdienen sonst würde es die Migros schon längst tun. Bei den Bachblüten (keine Heilmittel) sieht man jetzt ja wie das läuft - gibts denn eine Info wenn ein Kunde wissen möchte wie er die Tropfen einnehmen soll, ob es bei diesen und jenen Problemen angezeigt ist etc. - vermutlich kommt dann die Antwort: fragen Sie in der Drogerie! Der Kunde wird so zum Dienstleistungsdiebstahl aufgefordert - Beratung im Fachgeschäft holen und billig in der Migros kaufen!! Also liebe Migros: Wenn ihr schon mit Heilmitteln Geld verdienen möchtet dann bietet auch die Beratung an und nicht einfach nur Rosinen picken um immer mehr zu verdienen! Und liebe Kunden: Wenn Sie auch weiterhin Beratung durch Fachpersonen wünschen, dann entlöhnen Sie unsere Arbeit auch dementsprechend - Wir verkaufen in der Drogerie nicht einfach nur Waren sondern es ist ein Packet aus Ware und Dienstleistung! Danke.
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