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Kampf dem Brustkrebs

Im Oktober ruft die Schweizer Krebsliga zur Solidarität mit Brustkrebs-Betroffenen auf. Für die Rollstuhlsportlerin Edith Wolf-Hunkeler ist es eine Herzensangelegenheit, bei der Kampagne mitzumachen.

Sie weiss, was es heisst, einen Schicksalsschlag wegzustecken: Edith Wolf-Hunkeler (41) ist seit einem Unfall vor 19 Jahren querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. «So etwas sensibilisiert einen für das Unglück anderer Menschen», sagt sie. Als die Krebsliga sie bat, sich an der diesjährigen Brustkrebskampagne zu beteiligen, zögerte sie deshalb keine Sekunde.

Am 13. Oktober wird Wolf-Hunkeler für die Krebsliga einen Solidaritätsmarsch in Winterthur begleiten. «Dieser Anlass ist für mich eine Herzensangelegenheit», sagt sie, «und wenn ich damit nur einer einzigen Frau helfen kann, mach ich das sehr gern.» Sie erwarte interessante Begegnungen, sagt die Rollstuhlsportlerin, schöne Gespräche, einfach einen gemütlichen Tag – und dass ein paar Menschen mehr sich Gedanken über Brustkrebs machen.

Genau darum gehts auch. Die Krebsliga will, dass Frauen auf Brustkrebs sensibilisiert sind und sich regelmässig untersuchen lassen, besonders Frauen ab 50. Denn die frühe Erkennung eines bösartigen Tumors steigert die Überlebenschancen. Deshalb regt die gemeinnützige Organisation erneut den ganzen Oktober hindurch mit verschiedenen Aktivitäten zum Nachdenken über Brustkrebs an und bittet um Solidarität – dieses Jahr unter dem Motto «Gemeinsam um die Welt» (siehe unten). Die Idee dahinter: Eine virtuelle, weltumspannende rosa Schleife soll entstehen, und jede und jeder kann dazu beitragen. Mitmachen ist ganz einfach (siehe auch Box unten). Jeder absolvierte Kilometer lässt die Riesenschleife weiterwachsen.

Bewegung unterstützt die Aktion und ist gesund

Im besten Fall entdeckt vielleicht der eine oder die andere bei der Gelegenheit auch gleich die Freude an der Bewegung. Das wäre ein zusätzlicher Nutzen, denn körperliche Aktivität senkt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, wie die Krebsliga erklärt.

Brustkrebs ist immer noch die häufigste Krebsart bei Frauen. Jährlich erkranken in der Schweiz rund 5500 Frauen und etwa 40 Männer daran, 1300 sterben an den Folgen. Auch Edith Wolf-Hunkeler hat eine Tante, die an Brustkrebs erkrankte, eine Arbeitskollegin ist daran gestorben. «Das hat mich wachgerüttelt und nachdenklich gemacht», sagt sie, «seither ist die Krankheit bei mir viel präsenter als vorher.» Sie kontrolliere ihre Brust öfter und lasse sie regelmässiger untersuchen. Besonders aber habe es ihr bestätigt: «Wir müssen das Leben geniessen!»

Und mit Geniessen kennt sich Edith Wolf-Hunkeler gut aus. «Vom Grundkonzept her bin ich einfach glücklich», erklärt sie, «ich schätze alles, was ich habe.» So viel Glück zieht die Menschen an, auch jene, die es grad schwer haben im Leben. «Sie machen mir Mut», sagen diese Leute dann zu ihr, oder «Sie habens geschafft, dann schaff ichs auch.» Das sei sehr eindrücklich und jedes Mal bewegend, sagt Wolf-Hunkeler. Ratschläge mag sie allerdings keine erteilen: «Jeder ist einzigartig und sein Trauerweg auch.» Lieber ist sie ein Fels in der Brandung und versucht, «die Hände hinzuhalten», wie sie es ausdrückt. Und schlimmstenfalls begleitet sie jemanden in den Tod – auch das ist schon vorgekommen.

Selber ist die Sportlerin das blühende Leben. Vor drei Jahren brachte sie Tochter Elin zur Welt. Zusammen mit der Kleinen und ihrem Mann lebt sie im Luzernischen, wo sie Elin betreut, den Haushalt schmeisst und regelmässig trainiert. Zwar hat sie als mehrfache Europa- und Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin alles erreicht, was ein Profisportler anstreben kann. Aber sie kann nicht anders, als sich immer wieder neue Ziele zu setzen. Den New York Marathon möchte sie gern ein sechstes Mal gewinnen, und 2016 rufen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Also fährt die ehrgeizige Sportlerin täglich ihre Trainingskilometer – «mit Elin, ohne Elin, egal», sagt sie, «Hauptsache, ich kann raus. Als Bewegungsmensch brauche ich das.» Beim Solidaritätsmarsch am 13. Oktober will sie allerdings ohne die Kleine ausfahren. «Elpi-Tag», erklärt sie, «das gibt einen Elin-Papi-Tag.»

Downloads

Laden Sie die Plakatmotive der diesjährigen Brustkrebskampagne im PDF-Format herunter:
- Tanja Frieden
- Edith Wolf-Hunkeler
- Beatrice Lundmark
- Swann Oberson
- Nicola Spirig

 

Erschienen in MM-Ausgabe 39
23. September 2013

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So zeigen Sie Solidarität

Egal ob Sie laufen, gehen, rennen, schwimmen, rollen oder spazieren: Mit jedem Kilometer, den Sie absolvieren, helfen Sie mit, eine virtuelle, 40 000 Kilometer lange rosa Schleife zu erstellen. Unter dem Motto «Gemeinsam um die Welt» wird die Schleife aus den Fotos der Teilnehmer zusammengetragen und umspannt am Ende hoffentlich die Welt – als Zeichen der Solidarität mit Brustkrebskranken.

Und so gehts:

■ Bestellen Sie die rosa Schleife zum Anstecken: shop@krebsliga.ch oder Tel. 0844 85 00 00.

■ Absolvieren Sie eine beliebige Strecke. Machen Sie ein Foto von sich, auf dem die Ansteckschleife zu sehen ist.

■ Stellen Sie das Foto direkt a uf die Homepage oder senden Sie es per Mail an: brustkrebs@krebsliga.ch oder per Post an: Krebsliga Schweiz, Stichwort Brustkrebs, Postfach 8219, 3001 Bern. Bitte geben Sie Name, Strecke und Anzahl Kilometer an.

■ Sie können sich auch einem der Solidaritätsläufe anschliessen, welche verschiedene regionale Krebsligen der Schweiz veranstalten und die teilweise von Prominenten begleitet werden. Infos und Anmeldung siehe oben.

■ An verschiedenen Orten der Schweiz präsentiert die Krebsliga ein begehbares Brustmodell. Anhand dessen werden der Aufbau, die Funktionsweise und krankhafte Veränderungen der weiblichen Brust dargestellt.

Weitere Infos zu allen Anlässen

■ Bereits am 29. September erstrahlt das Quartier rund ums Zürcher Letzigrundstadion wieder in Rosa, wenn der sechste Pink Ribbon Charity Walk stattfindet. Von 12 bis 17 Uhr gibt es Musik, Getränke, Essen, ein Kinderprogramm, Prominente und den vier Kilometer langen Lauf. Jeder Läufer erhält ein Shirt und ein Käppi sowie ein kleines Geschenk. Ein Teil der Startgelder (30 bis 100 Franken) kommt der Krebsliga Schweiz zugute (2012: 80 000 Franken). Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Anmeldung und Infos .

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