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Sanfte Behandlung bei «Schreibabys»

Schreien ist für Babys normal. So können sie Bedürfnisse signalisieren, etwa Hunger oder Schmerz. Wenn das Schreien das normale Mass aber übersteigt, kann das ein Familienglück belasten. Aki Pekkala, Osteopath D. O., Kinderosteopath, Dipl. Physiotherapeut HF:

Starkes Schreien ist ein häufig vorkommendes Beschwerdebild bei Säuglingen. Etwa 15 bis 30 Prozent aller Babys sind in den ersten drei Lebensmonaten betroffen.
Als «Schreibaby» wird bezeichnet, wenn ein Kind an drei Tagen pro Woche drei Stunden über drei Wochen unstillbar schreit. Man redet auch von «Kolik-Kindern» oder Dreimonatskoliken, was auf Beschwerden im Verdauungstrakt hindeutet. Dies ist aber nur ein Grund für übermässiges Schreien.

Was sind mögliche Ursachen?
Ursachen sind oft unbekannt und werden kontrovers diskutiert. Viele Experten betonen das Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren, die sich wechselseitig verstärken können. Meistens wird auch keine zugrunde liegende organische Erkrankung gefunden.
Der Säugling schafft es schlicht noch nicht, sich selbst zu regulieren, und wird schnell durch Einflüsse überreizt. Er reagiert mit Schreien. In den meisten Fällen schwächt sich das nach einigen Wochen ab.

Wenn die Belastung zu gross wird, warten Sie nicht zu lange, suchen Sie sich Unterstützung. Auch wenn medizinisch gesehen alles in Ordnung ist, heisst das nicht, dass Sie nichts machen können.

Was kann man dagegen unternehmen?
Eine mögliche Therapie für Schreibabys ist Osteopathie. Diese manuelle Therapiemethode ist vor allem bei funktionellen Störungen hilfreich, die sich als Blockaden und Spannungen äussern. Eine Befragung vor der ersten Behandlung gibt Aufschluss über Faktoren, die mit den Beschwerden des Babys zusammenhängen.
Die Therapie umfasst sanfte, gezielte Behandlungstechniken. Ziel ist der Abbau körperlicher Spannungen, welche die Selbstregulation erschweren. Oft zeigt sich schon bald eine Wirkung. Osteopathie wird von den Krankenkassen bezahlt, sofern man eine entsprechende Zusatzversicherung hat.

Für weitere Behandlungsmöglichkeiten wenden Sie sich bitte an Ihren Kinderarzt, Ihre Hebamme oder die Mütter-Väter-Beratung.

Weiterführende Links
www.osteopathes-suisses.ch
www.schreibabyhilfe.ch
www.muetterberatung.ch

 

Erschienen in MM-Ausgabe 25
15. Juni 2015

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Tipps

So beruhigen Sie ein «Schreibaby»

Bleiben Sie nicht allein – Kinderarzt, Hebamme, Mütter- und Väterberatung helfen Ihnen gern weiter.

Schaffen Sie sich kurze Pausen (auch die Grosseltern können das Baby betreuen) – eine entspannte Mutter wirkt oft als beste Medizin.

Reduzieren Sie die Reizüberflutung (z. B. Lärm, viele Besucher) und versuchen Sie einen geregelten Tagesrhythmus (Essen, Schlafen) zu schaffen.

Lassen Sie das Kind nicht schreien. Schenken Sie dem Baby viel Zuwendung und Körperkontakt (Babymassage, Tragetuch).

In Zusammenarbeit mit

Von Kopf bis Fuss und Herz bis Bauch brauchts Profis, hat sich das Migros-Magazin gesagt und die medizinischen Experten von Medbase und Santémed an Bord geholt. Ein Kernteam von Spezialisten dieses schweizweit tätigen medizinischen Kompetenzzentrums wird ab jetzt den Leserinnen und Lesern zur Verfügung stehen.

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2 Kommentare

Katrin Badawi [Gast]

Geschrieben am
16. Juni 2015

Ich kann die Osteopathy nur wärmstens empfehlen. Unsere Tochter nun 2 Jahre alt war gleich nach der Geburt bei Aki Pekkala wegen Gliederproblemen. Neben der Beseitigung der Gliederprobleme hat er auch andere Bereiche behandelt von denen ich nicht wusste, dass sie nehandelbar waren. Ihr Stillverhalten änderte sich, sie schlief besser etc. Ich höre immer mehr von den guten Erfolgen der Osteopathy bei Babies.

Jeannette Steinle-Liechti, Liestal [Gast]

Geschrieben am
15. Juni 2015

Meine Tochter, bald 17, war auch so ein Schreibaby. Sie litt schon im Spital unter Koliken und zeigte dies lauthals mit ihrem Geschrei. An Stelle einer Beratung im Spital entliess man mich mit den Worten: "sie isch halt es Häxli" Da auch Tee nicht half, bat ich die Mütternberaterin um Rat. Sie empfahl mir Massagen, leider war auch das erfolglos. Per Zufall sah ich die Sendung "Puls" im Schweizerfernseh, mit dem Schwerpunkt, Dreimonatskoliken. Es wurde empfohlen mit dem Baby einen Chiropraktor aufzusuchen, der über eine spezielle Ausbildung verfügt um Babys zu Behandeln. Zwei Tage später lies ich meine Tochter das erste mal behandeln. Es war wie ein Wunder, alle Symptome waren nach nur vier Behandlungen verschwunden. Meine Tochter war befreit von den Schmerzen. Wieso man Eltern mit einem Schreibaby auch heute noch nicht empfiehlt, einen Chiropraktor auf zu suchen, ist mir ein Rätsel. Bei Schreibabys sind meistens Nerven in den Halswirbeln, blockiert die zu Koliken, Verdauungsproblemen und Schmerzen führen. Löst der Chiropraktor diese Blockaden, ist ein sofortiger Erfolg ersichtlich. Das bei solchen Blockaden weder Tee noch Bauchmassagen hilfreich sind, ist einleuchtend.

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