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Kontrolle oder Selbstbestimmung?

Eltern stehen täglich vor der Frage, welche Erziehung die beste für ihr Kind ist. Die einen setzen auf Kontrolle und Disziplin, die anderen lassen ihrem Nachwuchs möglichst grossen Freiraum. Vier Erziehungsstile im Überblick.

«Du musst», «Du darfst» oder «mach was Du willst»: Eltern stehen täglich vor der Frage, welche Erziehung die beste für ihr Kind ist. Die einen setzen auf Kontrolle und Disziplin, die anderen lassen ihrem Nachwuchs möglichst grossen Freiraum. Die Art und Weise wie sich ein Erzieher gegenüber seinem Schützling verhält, ist abhängig von den eigenen Wertvorstellungen und biografischen Erfahrungen. Basierend auf charakteristischen Eigenarten im Umgang mit den Erziehenden, haben Psychologen verschiedene Erziehungsstile definiert. In der Praxis kommt allerdings nie nur ein Stil alleine zur Anwendung; es lassen sich höchstens gewisse Tendenzen erkennen.

Der autoritäre Erziehungsstil

Disziplin, Gehorsam und Kontrolle stehen beim autoritären Erziehungsstil im Vordergrund. Die Vorgaben des Erziehers, der den Alltag organisiert, dürfen nicht in Frage gestellt werden. Verstösst das Kind gegen die Regeln und Befehle, wird es zurechtgewiesen und bestraft. In den 1920er Jahren war der autoritäre Erziehungsstil weit verbreitet, heute ist er eher umstritten, da diverse Studien gezeigt haben, dass er für die Selbstentfaltung, das Selbstbewusstsein und die Selbständigkeit eines Kindes nicht förderlich ist. Wer gegen einen autoritären Erziehungsstil ankämpft, wird oft als rebellierend wahrgenommen.

Der antiautoritäre Erziehungsstil

In den 1960er Jahren folgte – sozusagen als Antwort auf den unterdrückenden Stil – der antiautoritäre Ansatz. Dabei gewähren die Eltern dem Nachwuchs möglichst viel Entscheidungsfreiheit und setzen nur wenige Grenzen. Dadurch soll ein Individuum seine Persönlichkeit und Kreativität frei entfalten können. Weil Kinder jedoch ständig Grenzen suchen und diese ohne Anweisung der Eltern nicht finden können, wird dieser Erziehungsstil heute ebenfalls kontrovers diskutiert.

Der demokratische Erziehungsstil

Zwischen den beiden Extremen «autoritär» und «antiautoritär» liegt der demokratische Erziehungsstil. Dieser basiert auf Kommunikation, Offenheit und Vertrauen: Die Eltern besprechen wichtige Entscheidungen mit dem Kind und unterstützen es, indem sie seine Wünsche berücksichtigen und trotzdem gewisse Leitplanken als Orientierungshilfe setzen. Ziel ist es, die Selbstbestimmung und das Selbstvertrauen des Kindes zu fördern, ihm emotionale Stabilität zu bieten und ein möglichst ausgewogenes Verhältnis zwischen Autorität und Freiheit zu schaffen.

Der laissez-faire Erziehungsstil

Wie der Begriff «laissez-faire» («lasst machen» oder «einfach laufen lassen») vermuten lässt, mischen sich die Eltern bei diesem Erziehungsstil nur wenig in den Alltag des Kindes ein. Sie machen minimale Vorgaben und unterstützen das Kind lediglich, sofern es aktiv Hilfe einfordert. Der laissez-faire Erziehungsstil wird oft mit Vernachlässigung gleichgesetzt und ist bei Pädagogen äusserst unbeliebt. Studien zeigen, dass Kinder, welche eine geringe Wertschätzung von Seiten der Eltern erhalten, grosse soziale Probleme entwickeln können.

 

Erschienen am 22. Oktober 2012

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2 Kommentare

Andrea Mordasini, Bern [Gast]

Geschrieben am
28. Oktober 2012

Wir bevorzugen weder den typischen autoritären noch den typischen antiautoritären Erziehungsstil und haben uns für die goldene Mitte entschieden. Für uns stimmt der demokratische/autoritative Stil am besten, wo die Kinder mit einigen wichtigen Regeln und Grenzen, aber vor allem auch bedürfnisorientiert erzogen und mit viel Liebe, Wärme, Nähe, Geborgenheit, Respekt, Rücksicht, Zuneigung, Zuwendung, Verständnis und Geduld und möglichst wenig Druck und Zwang durchs Leben hindurch begleitet werden. Wir finden es wichtig, die Kinder und ihre Gefühle (positive wie natürlich auch negative) und Bedürfnisse immer ernst zu nehmen und die Bedürfnisse nach Möglichkeit zu stillen. Die Kinder in gewisse Entscheide miteinzubeziehen und ihnen Freiheiten zu gewähren, ist für uns selbstverständlich wie auch, ihnen bestimmte Grenzen zu setzen und wichtige Werte wie Respekt und Anstand vorzuleben. Wir denken, dass Kinder so zu starken, mutigen, selbstständigen, selbstsicheren, selbstbewussten, respektvollen und anständigen Mitmenschen heranwachsen werden.

Andrea Mordasini, Bern [Gast]

Geschrieben am
26. Oktober 2012

Wir bevorzugen weder den typischen autoritären noch den typischen antiautoritären Erziehungsstil und haben uns für die goldene Mitte entschieden. Für uns stimmt der demokratische/autoritative Stil am besten, wo die Kinder mit einigen wichtigen Regeln und Grenzen, aber vor allem auch bedürfnisorientiert erzogen und mit viel Liebe, Wärme, Nähe, Geborgenheit, Respekt, Rücksicht, Zuneigung, Zuwendung, Verständnis und Geduld und möglichst wenig Druck und Zwang durchs Leben hindurch begleitet werden. Wir finden es wichtig, die Kinder und ihre Gefühle (positive wie natürlich auch negative) und Bedürfnisse immer ernst zu nehmen und die Bedürfnisse nach Möglichkeit zu stillen. Die Kinder in gewisse Entscheide miteinzubeziehen und ihnen Freiheiten zu gewähren, ist für uns selbstverständlich wie auch, ihnen bestimmte Grenzen zu setzen und wichtige Werte wie Respekt und Anstand vorzuleben. Wir denken, dass Kinder so zu starken, mutigen, selbstständigen, selbstsicheren, selbstbewussten, respektvollen und anständigen Mitmenschen heranwachsen werden.

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