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Baustelle Familie

Papi geht zur Arbeit, Mami zieht die Kinder gross – das war einmal. Das traditionelle Familienmodell bröckelt. Was heute nicht mehr ungewöhnlich ist, war früher speziell: Im Teil 7 erzählt Margrit Rohr wie es war, in den 60er-Jahren als unverheiratete Mutter zwei Kinder grosszuziehen. Zudem im Online Special: Die Fragen und Antworten zum Thema Beistand.

Teil 7: Familie und Gesellschaft

Vormund, nein danke! Magrit Rohr zog in den 60er-Jahren zwei Kinder auf. Der Vater, ein Nigerianer, war in seine Heimat zurückgekehrt. Immer wieder musste sich die junge Frau gegen die Behörden wehren, die ihr einen Vormund zur Seite stellen wollten.

Kindsrecht über alles: Im Online Special: Simone Soland von der Vormundschaftsbehörde Winterthur beantwortet Fragen zum Thema Beistandschaft.

Teil 6: Familie und Schule

Die Brückenbauer: Die Schule als unantastbare Institution ist passé. Mütter und Väter reden und gestalten heute mit. Noch müssen sich Lehrer und Eltern aneinander herantasten.

Interesse zählt: Im Online Special: Maya Mulle von der Fachstelle Elternmitwirkung erklärt, wie sich Eltern sinnvoll einbringen können und wie die Schulen mit der Einmischung umgehen.

Teil 5: Familie und ihre Stützen

Götti gesucht: Ihr Kind sollte Paten bekommen, die sich Zeit für es nehmen, waren sich Eveline Voegeli und Heinz Bertschi aus Lenzburg einig. Eine Gotte war rasch gefunden, nicht aber ein Götti. Kurzerhand gab das Paar ein Zeitungsinserat auf.
Nur online: Woher kommt der «Pate» und was bedeutet der Begriff?

Patente Paten: Im Online-Special: Beat Urech (57) ist Bereichsleiter Pädagogik der reformierten Landeskirche Aargau. Er hat die Broschüre «Auf dem Weg begleiten – Das Patenamt» verfasst. Im Interview erklärt er, was einen guten Paten ausmacht.

Teil 4: Familie und Recht

Getrennt wohnen, gemeinsam sorgen: Das gemeinsame Sorgerecht soll in der Schweiz zum Regelfall werden. Rita und Urs Fürst aus dem Zürcher Oberland leben dieses Modell seit sieben Jahren: Tochter Kim lebt abwechselnd bei der Mutter und beim Vater.

Sorge um die neue Sorge: Im Online-Special: Advokat und Mediator Peter Liatowitsch glaubt, dass die neue Gleichberechtigung im Sorgerecht Streitfälle sogar noch anheizen wird.

Teil 3: Familie und Freunde

Von wegen Babykrise! Ist die Freundschaft beendet, wenn eine Frau Mutter wird und ihre Freundin nicht? Trotz unterschiedlicher Lebensentwürfe pflegen Nicole Suda-Telli und Nicole Honti ihre Freundschaft seit fast 30 Jahren.

Tolerant und flexibel sein: Im Online-Special: Psychologieprofessor Guy Bodenmann erklärt, warum man für Freunde hie und da Opfer bringen muss, wenn man als Eltern den Anschluss nicht verpassen will.

Teil 2: Familie und Freizeit

Dauernd auf Achse: Vier Kinder mit insgesamt sieben Hobbys: Chantal Rochats Tage sind ausgefüllt. Sie organisiert, fährt herum, tröstet, fordert und findet das alles völlig normal. Das Porträt.

Kinder müssen aktiv sein: Das Online-Interview: Annette Cina (41) vom Familienforschungsinstitut der Universität Freiburg erklärt, warum Kinder ihre Agenda füllen müssen, wenn sie nicht allein bleiben wollen.

Teil 1: Familie und Arbeit

Do-it-yourself-Krippe: Wohin mit ganz kleinen Kindern, wenn die Eltern arbeiten und kein Hortplatz da ist? Milena Danielsen eröffnete kurzerhand eine Krippe im eigenen Haus. Das Porträt.

Mütter ins Büro! Das Online-Interview mit Daniel Huber (48), Geschäftsführer von UND, der Fachstelle für Familien- und Erwerbsarbeit für Männer und Frauen.

«Die Väter fehlen im Alltag»: Markus Theunert vertritt ab dem 1. Juli im Kanton Zürich das vermeintlich starke Geschlecht. Er erklärt im Interview, wo Männer jetzt aufholen müssen und warum auch Frauen in der Pflicht sind.

«Väterrechte sind eine Baustelle»: Das Online-Special: Der zukünftige Männerbeauftragte Markus Theunert über die Traditionsfalle, wie es männlichen Betreuern in Kinderkrippen ergeht und was er von Frauenquoten hält.

Ein Ehepaar, das eine eigene Kinderkrippe gründet, damit beide arbeiten gehen können. Eine Mutter, die Fussballtrainerin wird, um besser in den Stundenplan ihrer Kinder zu passen. Ein Mädchen, das zwischen Mami und Papi pendelt: Diese Beispiele zeigen, welche Herausforderungen Familien heute zu meistern haben. Die Familie ist eine ständige Baustelle. Das fordert nicht nur die involvierten Personen selbst, sondern die Gesellschaft als Ganzes.

Waren früher Scheidungen das grosse Thema, diskutieren wir heute über das Sorgerecht für die Kinder. Familien bestehen oft nicht mehr nur aus Mami, Papi und zwei Kindern, sondern nicht selten aus mehreren Müttern und Vätern sowie einer Schar von Kindern mit verschiedenen Nachnamen. Jedes dieser Kinder hat eine hochgradig verplante Freizeit. Die Eltern wiederum bringen sich heute stärker in die Schule ein — sie ist nicht mehr die unantastbare Institution von gestern. Experten erklären, was all diese Entwicklungen für die Familie bedeuten.

Der Wandel, den die Familie erfahren hat, gründet zu grossen Teilen auf der Emanzipation der Frau. Und die hat bei den Männern Spuren hinterlassen, wie Markus Theunert, der erste Männerbeauftragte der Schweiz, im Interview erklärt. Seine Forderung: Die Herren der Schöpfung müssen aufholen, wenn die Familie ein Erfolgsmodell bleiben soll.

 

Erschienen in MM-Ausgabe 33
13. August 2012

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