Ein Gespür für Talent
Für die Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» beurteilte er in der Jury Gesangstalente. Wie viel Hitpotenzial Sänger Patrick Nuo wohl der Kartoffel-Karotten-Rösti bescheinigt?
Gestern München, heute Zürich, morgen Hamburg: Wenn Sänger Patrick Nuo aus seiner neuen Heimat Kalifornien nach Europa fliegt, ist sein Terminkalender voll. Eine eigene Wohnung in der Schweiz hat der 29-Jährige nicht mehr, und seine Eltern wohnen immer noch in einer Übergangswohnung, nachdem ihr Haus 2010 abgebrannt ist. Deshalb treffen wir Patrick Nuo bei Bekannten in Zürich.

Trotz Terminstress und Jetlag ist der Sänger entspannt und lehnt lässig im Türrahmen, als wir ankommen. Gleich geht es in die Küche, wo Nuo zeigen kann, was ihn zum Rösti-Spezialisten macht. Nuo selbst bezeichnet das Kochen als Luxus, denn viel zu selten kommt er dazu. «Saisonküche»-Köchin Janine Neininger hat alle Zutaten mitgebracht, und schon geht es los. Ein wenig Luxus zwischen zwei Terminen. Wenn Nuo nicht im Studio ist, um neue Songs zu komponieren und einzuspielen, engagiert er sich für die Stiftung «Hear the World», die sich für Menschen und insbesondere Kinder mit Hörverlust einsetzt. Er sagt: «Ich habe lange nach einem Projekt gesucht, das zu mir passt und für das ich mich engagieren kann.» Zum ersten gemeinsamen Projekt von Hear the World und Patrick Nuo kam es vor einiger Zeit am Zürichsee. Patrick spielte in einer isolierten Glasbox - was er spielte, hörte draussen keiner. Eindrucksvoller konnte man nicht zeigen, was für Gehörlose alltäglich ist.
Nuo engagiert sich seither mit «Hear the World» für hörbehinderte Kinder und assistierte in Kenia auch Ärzten vor Ort. «Das Leben der Menschen in den Slums - es ist für uns unvorstellbar. Da legt man ganz schnell das verwöhnte Leben ab. Dabei kann man mit wenigen Mitteln den Kindern helfen, sodass ihnen später ein normales Leben offensteht. Es geht ja nicht nur darum, Hörgeräte abzugeben, vielmehr müssen ihnen Ausbildung und Sprachtherapie ermöglicht werden. Um Kinder mit Hörverlust kümmert sich häufig keiner, in Entwicklungsländern werden sie oft ausgegrenzt.» Leidenschaftlich erzählt er von seiner Afrikareise, die ihn stark beeindruckt hat.
Patrick Nuo liebt die positive Einstellung der Amerikaner
Die Rösti bräunt perfekt in der Pfanne, verströmt einen betörenden Butterduft und bringt uns gedanklich wieder in die Schweiz. Grösser könnte der Spagat nicht sein zwischen den Projekten in Afrika und der Showwelt, in der sich Nuo bewegt. Als Juror der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» musste er Jugendliche häufig auf den Boden der Realität zurückholen. Haben diese Sänger und Sängerinnen überhaupt eine Chance im Musikbusiness? «Der Kandidat muss die Show als Sprungbrett nutzen. Er wird nur dann bestehen, wenn er grösser als die Sendung ist. Man muss Songs finden, die zu einem passen. Ebenso einen Produzenten — das ist wie einen Lebenspartner zu finden», sagt Patrick Nuo.
Er selbst hat beides. Seine grosse Liebe heisst Molly Schade (28), seit 2005 ist er mit der US-Schauspielerin verheiratet. 2011 zogen sie mit den Kindern Luca James (3) und Elouise (5) nach Kalifornien. «Ich liebe die positive Einstellung der Amerikaner. Den Spirit spürt man dort stark», schwärmt er. Auch andere Musiker kennenzulernen sei da einfacher.
In der Zwischenzeit hat Köchin Janine Neininger die Rösti im Ofen mit Käse überbacken. Beim Essen macht Patrick Nuo Andeutungen auf neue Songs: «Ich veröffentliche das neue Album, wenn ich denke: Das ist es jetzt. Und ich kann sagen: Es riecht nach Frühling — Zeit für neuen Stoff!»
Erschienen in MM-Ausgabe 4
23. Januar 2012
Aufgetischt
Was haben Sie immer auf Vorrat?
Pasta, Tomatensauce, Gewürze, Rotwein, Bouillon, Käse für Fondue, Karotten und Äpfel. Seit ich in den USA wohne, habe ich auch immer Peanutbutter.
Wie oft kochen Sie pro Woche?
Ein- bis zweimal, wenn ich zu Hause bin.
Kochen ist für Sie...
...purer Luxus und Entspannung.
Was würden Sie nie essen?
Kutteln.
Mit wem würden Sie gern mal essen gehen?
Mit Schauspieler und Komiker Marco Rima.
Aufgetischt
Was haben Sie immer auf Vorrat?
Pasta, Tomatensauce, Gewürze, Rotwein, Bouillon, Käse für Fondue, Karotten und Äpfel. Seit ich in den USA wohne, habe ich auch immer Peanutbutter.
Wie oft kochen Sie pro Woche?
Ein- bis zweimal, wenn ich zu Hause bin.
Kochen ist für Sie...
...purer Luxus und Entspannung.
Was würden Sie nie essen?
Kutteln.
Mit wem würden Sie gern mal essen gehen?
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