Rauschfrei
Störungsfreier Empfang: DAB-Radio hören ist ein Genuss für die Ohren.
estern noch Zukunftsmusik, heute schon Realität: digitaler Radioempfang oder neudeutsch Digital Audio Broadcasting. DAB liefert brillante Klänge ans Trommelfell – und das praktisch in CD-Qualität. Für musikalische Ohren eine wahre Wohltat.
Vorbei also die Zeiten, als Schuberts klassische Klänge von Knacken und Rauschen untermalt in die Stube drangen oder das nervige Geschnatter des Nachrichtensprechers aus den Untiefen des Äthers zum Senderwechsel drängte. Passionierten Musikfans – und nicht nur Klassikliebhabern und -liebhaberinnen – blieb oft nur der Griff in die hauseigene Sammlung, um Musik ohne Nebengeräusche zu geniessen.
Bald wird sie vergessen sein, die UK-Welle – denn der neue digitale Radioempfang aus der Luft funktioniert dank neuartiger Sendetechnik ohne Störungen. In der Schweiz gibt es momentan je nach Region bis zu elf DAB-Programme: von DRS 1 über DRS 3 bis zu monostilistischen Musiksendern wie Radio Swiss-Classic, -Jazz oder -Pop mit coolen Sendungen, die nur spärlich moderiert werden. So macht Radiohören richtig Spass.
Ernst S. Werder (55) ist verantwortlich für die DAB-Vermarktung bei Radio DRS.
Ernst Werder, was unterscheidet DAB-Empfang von UKW?
Mit DAB lässt sich das vorhandene Frequenzspektrum besser nutzen als mit UKW. Auf derselben Frequenz lassen sich mehrere Programme ausstrahlen. Dies bedeutet, dass sich das Programmangebot in Zukunft massiv ausbauen liesse.
Und warum ist DAB-Empfang störungsfrei?
Bei UKW liegen die Frequenzen sehr dicht beieinander, sodass sie sich leicht überlagern. Darum rauscht und knackt es. Bei DAB sind die Programme sauber getrennt. Ausserdem wird das Signal nicht schwächer, auch wenn es durch die Hauswände abgelenkt wird, und trifft beim Empfänger immer in voller Stärke ein.
Wird DAB nun zum neuen Standard der Sendetechnik?
DAB ist eine von verschiedenen digitalen Sendetechnologien, die untereinander alle kompatibel sind. Es ist noch zu früh, von einem zukünftigen Standard zu sprechen.
Kann man damit auch ausländische Programme wie etwa SWR 3 empfangen?
In Grenzregionen, etwa am Bodensee, empfängt man stellenweise DAB-Programme aus Deutschland. Aber für das Schweizer Empfangsgebiet entscheidet ein bundesrätliches Gremium, was es im Land zu hören gibt und auf welcher Frequenz. Demnächst berät es über drei weitere Programme, die ab nächstem Jahr via DAB ausgestrahlt werden. Die Ausschreibung läuft bereits, und es könnten durchaus auch ausländische Programme zum Zug kommen.